Wie der Iran-Krieg die Sportwelt trifft
Absagen, Asyl, Angst: Wie alle gesellschaftspolitischen Krisen haben auch die kriegerischen Auseinandersetzungen in Nahost Auswirkungen auf den Sport. Auch auf die Fussball-WM im Sommer?
Der Krieg kennt keine Superstars. Auch die Fussball-Ausnahmekönner Lionel Messi und Cristiano Ronaldo sind von den Auswirkungen des Iran-Kriegs betroffen, genau wie viele andere Athleten. Im Iran steht der Sport angesichts der Angriffe durch die USA und Israel komplett still, und die iranischen Vergeltungsaktionen mit Raketen und Drohnen sorgen im Nahen Osten für Chaos. Wettkämpfe werden abgesagt oder stehen auf der Kippe, Sportler stranden oder flüchten auf abenteuerliche Weise – und auf die Fussball-WM im kommenden Sommer fällt schon jetzt ein grosser Schatten.
Die Wettkämpfe
Nach dem spektakulären Saisonstart in Melbourne müssen die Verantwortlichen in der Formel 1 nun ein schwierigen Entscheid treffen: Können die Grand Prix in Bahrain und Saudi-Arabien am 12. und 19. April stattfinden? Mit einem Entscheid wird Mitte März gerechnet.
Absagen von Sportevents hat es aufgrund von Sicherheitsbedenken infolge der militärischen Eskalation in der Region bereits einige gegeben: ein hochdotiertes Reitturnier in Katar, Basketballspiele in der EuroLeague mit Teams aus Tel Aviv und Dubai, der Saisonstart der Langstrecken-WM im Motorsport in Doha, Fussballspiele wie die des saudi-arabischen Klubs Al Nassr mit Cristiano Ronaldo. Dazu pausieren die Fussball- und Handball-Liga in Katar auf unbestimmte Zeit.
Fraglich ist auch die «Finalissima» im Fussball zwischen Copa-America-Sieger Argentinien mit Messi und Europameister Spanien am 27. März in Doha. Ein Entscheid über eine Absage oder örtliche Verlegung des Prestigeduells soll zeitnah folgen. Luftraumsperrungen und fehlende Visa erschweren derweil erheblich die Planungen des Irak für die Playoffs zur Fussball-WM.
Die Athleten
Nach seinem Turniersieg in Dubai sass der russische Tennisstar Daniil Medwedew mit anderen Profis aufgrund eines Flugverbots in der Wüstenmetropole fest. Nach langer Warterei und bangen Momenten fuhr er mit dem Auto in den Oman, von wo aus noch Flugzeuge starteten. «Du fühlst dich wie in einem Hollywood-Film», sagte Medwedew.