Wichtige Eckpunkte im Prozess um Pierin Vincenz
Pierin Vincenz schaffte es, die ehemalige Bauernbank Raiffeisen zur Nummer 3 in der Schweiz zu machen. Sein Charisma, seine Nähe zu einfachen Leuten und seine Bescheidenheit machten ihn zum Superstar unter den Schweizer Bankern. Bis er über undurchsichtige Deals stolperte. Die Chronologie der wichtigsten Ereignisse der Vincenz-Affäre.
Die Hauptangeklagten:
Vor dem Zürcher Bezirksgericht stehen der ehemalige Chef der Bank Raifeissen Pierin Vincenz und der Geschäftsmann Beat Stocker. Fünf weitere Angeklagte müssen wegen Beihilfe antreten.
Um was geht es:
Vincenz und Stocker sollen sich heimlich und im privaten Rahmen an Firmen aus dem Umfeld der Raiffeisenbank und der Kreditkarten Aduno (jetzt Viseca) beteiligt haben und dann vom Weiterverkauf profitiert haben. Die beiden zusammen sollen so 25 Millionen eingenommen haben. Zudem wird ihnen vorgeworfen, Spesen im Umfang von rund 600 000 Franken verrechnet zu haben. Rund ein Drittel für Rechnungen in diversen Nightclubs.
Hauptverteidiger von Vincenz:
Lorenz Erni gilt als einer der renommiertesten Strafverteidiger der Schweiz. In seiner Karriere hat der 72-Jährige schon namhafte Klienten wie den Regisseur Roman Polanski und Fifa-Präsident Sepp Blatter vertreten. Seine bevorzugten Arbeitsgebiete sind Straf- und Wirtschaftsrecht.
2005 – Das Gesellenstück:
Vincenz und Stocker gründen die Firma iFinace Management AG in Zug. Im Sommer kauft die Firma für eineinhalb Millionen Franken die Mehrheit der Aktien an Commtrain – eine Firma für drahtlose Kreditkartenterminals. Später wird die defizitäre Commtrain für sieben Millionen Franken an die Kreditkartenfirma Aduno verkauft. Dort ist Stocker der Chef. Vincenz Präsident des Verwaltungsrats. Mit der Übernahme realisiert die iFinace Management AG einen Reingewinn von 2,6 Millionen Franken. Dass hinter dieser Firma Vincenz und Stocker stecken, wissen die wenigsten.