Wenn Formel-1-Autos schleichen
Das Schlimmste, was in einem Formel-1-Auto mit rund 1000 PS passieren kann, ist Kontrollverlust. Fahrer fürchten das erst recht nach der Farce von Malaysia. Viel Zeit zur Fehlersuche bleibt nicht.
Die Wetterprognosen dürften die Formel-1-Bosse nur bedingt aufatmen lassen. Regenwahrscheinlichkeit für den Renntag in Singapur: Nur 30 Prozent. Womöglich soll es aber in den Abendstunden gewittern. Und das Nachtrennen wird um 20.00 Uhr (14.00 Uhr Schweizer Zeit) gestartet. Droht der Motorsport-Königsklasse etwa das nächste «Lego-Rennen»? Die Farce von Malaysia bedarf schnellster Aufarbeitung.
«Wir kamen kaum über 20 km/h hinaus»
«Die Lösung war eine improvisierte, kurzfristige Massnahme», sagte der Technische Direktor des Automobilweltverbandes, Nikolas Tombazis, noch am Abend in Sepang. «Jetzt müssen wir die Faktoren genau analysieren und verstehen. Ich kenne die vollständige Antwort noch nicht.» Mehrere Autos waren in der Formationsrunde nur noch gerollt oder gar stehen geblieben. Sie beschleunigten einfach nicht mehr.
«Als ich aufs Gas ging, hatte ich genau dasselbe Problem, und mir wurde klar, dass alle im selben Boot sassen. Wir kamen kaum über 20 km/h hinaus. Ich weiss nicht, es ist ein bisschen beängstigend, so etwas bei einem Formel-1-Auto zu sehen», sagte Ferrari-Pilot Charles Leclerc. «Man hat die Leistung, die man bekommt, nicht vollständig unter Kontrolle. Bei einer solchen Sicht wie beim Start des Rennens kann das zu heftigen Unfällen führen.» Weltmeister Lando Norris von McLaren betonte: «Es beweist einfach, dass wir diesen ganzen Kram nicht haben sollten, diesen elektronischen Teil.»
Einfach zu viel und zu kompliziert?