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Schweiz und Welt

Wenig Lohn und noch weniger Respekt

Pierina Hassler
17.02.2020, 04:30 Uhr
gestern um 12:16 Uhr

Die Arbeitsbedingungen im Detailhandel sind alles andere als rosig. Eine Studie der Universität Bern bringt Klarheit in eine Branche, die so noch nie untersucht wurde. Ob Selfscanning-Kassen. Steigende Umsätze im Onlinehandel oder immer weniger Personal auf immer grösseren Verkaufsflächen, die auch noch immer länger geöffnet sind – Verkäuferinnen und Verkäufer müssen für wenig Lohn viel ein- stecken.

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Im Detailhandel haben wir ein eminentes Gleichstellungsproblem.»

Im Kanton Graubünden sind rund 9000 Personen (2017) im Detailhandel beschäftigt. Sie teilen sich insgesamt knapp 7000 Stellen. Eine Mehrheit der Angestellten ist weiblich. SP-Grossrätin Silvia Hofmann sagt deshalb auch: «Im Detailhandel haben wir ein eminentes Gleichstellungsproblem.» Höhere Löhne würden in Sport- und Elektronikläden bezahlt. Tiefe Löhne im Food- und Textilbereich – dort wo die meisten Frauen arbeiten.

Strukturelles Problem

«Wir haben ein riesiges strukturelles Problem und niemand redet darüber», sagt Julia Müller. So viele Menschen würden im Detailhandel arbeiten, aber die Branche existiere in unseren Köpfen nicht. «Niemand redet über die Sorgen des Personals», so die SP-Grossrätin. Sie müssten viel abeinstecken.

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