Wenger verpasst wohl seine beste Chance auf eine Olympia-Medaille
Statt auf dem Podest endet Livio Wengers Medaillentraum im Massenstart nach einem Sturz im Halbfinal. Er ist frustriert darüber, die wohl beste Chance auf eine Olympiamedaille nicht genutzt zu haben.
Es gibt einfachere Momente, um hinzustehen und zu erklären, warum der grösste Traum nach einem Missgeschick platzt – an dem Tag, auf den man vier Jahre lang hingearbeitet hat, um Schweizer Sportgeschichte zu schreiben. Nach WM-Bronze vor zwei Jahren in Calgary wollte Wenger in Mailand auch der erste helvetische Eisschnellläufer werden, der bei Olympischen Spielen aufs Podest läuft.
«Die Spiele sind dann gut verlaufen, wenn ich eine Medaille hole», hatte er im Vorfeld gesagt. Diesem Ziel ordnete er alles unter, nachdem er mit Platz 4 2018 in Pyeongchang und dem 7. Rang 2022 in Peking jeweils mit einem olympischen Diplom aus Asien zurückgekehrt war.
Geplagt von Rückenbeschwerden zu Beginn der Saison schien im Hinblick auf die Spiele in Mailand alles aufgegleist. «Die Form ist perfekt», meldete er selbstbewusst.
Taktisch einwandfrei
Anders als im Weltcup werden im olympischen Massenstartrennen die 16 Finalisten über zwei Halbfinals ermittelt. Für den erfahrenen Luzerner, in der Gesamtwertung dieser Weltcup-Saison die Nummer 5, eigentlich kein Problem. Im zweiten Halbfinal läuft er ein taktisch cleveres Rennen, verzichtet auf die Punkte bei den Zwischensprints, um am Ende noch genügend Energie zu haben, um sich im Ziel unter den besten drei einzureihen.
Auch dank der Tempoarbeit seines tschechischen Trainingspartners Metodej Jilek, in Mailand bereits Olympiasieger über 10'000 m und Silbermedaillengewinner über die halbe Distanz, scheint Wengers Plan aufzugehen, bis ihm zu Beginn der zweitletzten von 16 Runden das verhängnisvolle Missgeschick passiert.