Welt-Presse feiert «Fussballgöttin» Eta
Marie-Louise Eta im Blitzlichtgewitter: Wie ihre historische Premiere bei Union Berlin für weltweite Schlagzeilen sorgt und was die 34-Jährige nach dem misslungenen Debüt zum Hype um ihre Person sagt.
Sogar in der argentinischen Sportzeitung «Olé» war Marie-Louise Eta kurzzeitig der Aufmacher und verdrängte die Vorschau auf den Superclásico zwischen Boca Juniors und River Plate von der Startseite. Das spanische Blatt «AS» widmete der ersten Cheftrainerin in der Geschichte der Männer-Bundesliga sogar ein eigenes Video. Gefühlt verfolgte die ganze Fussball-Welt das historische, wenn auch misslungene Debüt der Pionierin an der Seitenlinie des 1. FC Union Berlin.
«Die Vorfreude war riesig und ein ohrenbetäubender Jubel erschütterte das malerische Stadion An der Alten Försterei, als Marie-Louise Eta aus den Katakomben kam. Kein einziges Objektiv der Fotografen war nicht auf sie gerichtet. Und das war kein Wunder, denn sie wurden Zeugen eines historischen Moments», schrieb die spanische «Marca» nach dem 1:2 der Köpenicker gegen den VfL Wolfsburg.
Schon vor dem Anpfiff bot sich auf dem Rasen ein lustiges Bild, denn es entwickelte sich eine kleine Verfolgungsjagd. Eta eilte zunächst zum einen Spielfeldrand für ein DAZN-Interview, dicht gefolgt von einer Schar Fotografen. Kurz darauf wiederholte sich die Szene, als die 34-Jährige die Seite wechselte, um auch dem Sky-Reporter Rede und Antwort zu stehen. «Sie stand im Mittelpunkt und zog alle Blicke auf sich. Eine echte Revolution», schrieb «Olé».
Eta stellt klar: «Es geht nicht um mich»
Dass auch Eta die Negativserie der Eisernen nicht stoppen konnte und der Vorsprung auf Relegationsplatz 16 nur noch sechs Zähler beträgt, schien zumindest die Welt-Presse nur am Rande zu interessieren. Die Nachfolgerin von Steffen Baumgart, die nur bis Saisonende die Profimannschaft der Männer coacht, war darum bemüht, den gewaltigen Medienrummel abzumoderieren.
«Wir sind natürlich enttäuscht. Es geht um Fussball, es geht nicht um mich», stellte die gebürtige Dresdnerin klar. Der gesellschaftlichen Signalwirkung ihrer Beförderung sei sie sich natürlich bewusst. «Aber darum geht es nicht. Es geht nicht darum, etwas zu geniessen, sondern darum, Fussballspiele zu gewinnen», bekräftigte die Union-Trainerin, die von ihren Anhängern als «Fussballgöttin» begrüsst wurde.