Herausforderndes Jahr, guter Wein
Insgesamt 2860 Tonnen Trauben ernteten die Bündner Winzerinnen und Winzer in diesem Jahr. Davon waren 1975 Tonnen rote und 885 Tonnen weisse Trauben. Dies geht aus einer Mitteilung des Bündner Rebbaukommissärs Walter Fromm hervor. Damit liegt die diesjährige Traubenernte sechs Prozent über dem zehnjährigen Mittel, aber zehn Prozent unter dem Ertrag im vergangenen Jahr.
Erste Stimmen würden den diesjährigen Wein bereits loben, so Fromm. Das ist nicht selbstverständlich, war doch das Weinjahr gemäss dem Rebbaukommissär von vielen Herausforderungen geprägt. Zum einen gab es zu Beginn des Jahres eine heftige Primärinfektion mit Mehltau. Danach liess eine gute Verblühung der Blütenstände auf eine reiche Ernte hoffen. Eine solche liess das Wetter aber nicht zu: Hagel und heftige Gewitter mit grossen Niederschlagsmengen liessen die Beeren aufplatzen. An mehreren rekordverdächtigen Hitzetagen Anfang September sorgte die Sonne dafür, dass die Beeren innerhalb der Schale zu kochen begannen und zu Weinbeeren schrumpften. Die Summe all dieser vom Hagel beschädigten, vom Regen aufgeplatzten und wegen der hohen Temperaturen eingeschrumpften Beeren hätte letztlich dafür gesorgt, dass die Ernte um ein Vielfaches kleiner war, als der reiche Blütenstand es Anfang Jahr habe erhoffen lassen, so Fromm.
Immer mehr Schaumwein
Die Anfang September geernteten Blauburgunder und Chardonnays wurden für die Schaumweinproduktion verwendet. Diese Variante der Traubenverwertung findet gemäss Fromm bei den Bündner Winzerinnen und Winzern immer grösseren Anklang. Die Menge der dafür geernteten Trauben stieg von 16 Tonnen im Jahr 2020 auf 63 Tonnen in diesem Jahr. Somit wird aus mehr als drei Prozent der Bündner Trauben Schaumwein hergestellt. (sz)