Wegen neuer Vorschriften wieder geschlossen
Der Textil-Baumarkt und Do-it-yourself-Shop Aha-Mode an der Kreuzgasse in Chur ist bereits wieder geschlossen. Auf Geheiss aus Bundesbern.
Geschäftsinhaberin Adriana Pianegonda fehlen die Worte. Noch am gleichen Tag, an dem sie ihren Textil-Baumarkt nach dem Corona-Lockdown wieder eröffnete (Ausgabe vom Donnerstag), wurde sie aufgrund einer nachträglich angepassten Verfügung aus Bern schon wieder zur Schliessung gezwungen.
«Wir haben alles richtig gemacht und sämtliche Auflagen und Forderungen erfüllt», erklärt Pianegonda. Sie habe nicht getrickst und auch nichts Widerrechtliches getan. «Die Regeln wurden einfach mitten im Spiel geändert. Dagegen ist man einfach machtlos.» Nach der erzwungenen Schliessung stelle sich ihr nun die Frage, warum Männer Baustoffe kaufen dürfen, Frauen aber ihre Wolle nicht. «Diese Entscheidung aus Bern war einmal mehr frauenfeindlich», so Adriana Pianegonda.
Der Willkür ausgesetzt
Die «Herren vom Kanton und von der Stadt Chur» haben laut Pianegonda aber alles richtig gemacht. «Sie sind der Willkür von Bern genauso ausgesetzt wie wir.» Sie sei vom Rechtsdienst der Stadt Chur sogar gelobt worden, weil sie alles vorbildlich vorbereitet und sämtliche Sicherheitsvorschriften mehr als nur so umgesetzt habe, wie es gefordert worden sei.
«Selbstständigerwerbende wie ich werden mit einem Taggeld von 1.60 Franken abgespeist», so Pianegonda. Aufgrund des Lockdowns hätten Selbstständigerwerbende sowieso schon kein Einkommen mehr.
«Die Sache ist für uns noch lange nicht ausgestanden, auch nicht nach dem 11. Mai, wenn alle Läden wieder geöffnet werden dürfen», betont Pianegonda. (lan)