Wawrinka verabschiedet sich episch – in vier Tiebreaks
Nach Belinda Bencic am Montag zieht von den Schweizern nur noch Viktorija Golubic in die 2. Runde des Rasen-Grand-Slam-Turniers in Wimbledon ein. Stan Wawrinka scheidet nach grossem Kampf aus.
Stan Wawrinka genoss die Atmosphäre auf der grossen Bühne ein letztes Mal in vollen Zügen. Und die knapp 10'000 Fans im nahezu vollen Court 1 bekamen noch einmal «Stan the Man» wie er leibt un lebt zu sehen. Auch mit 41 Jahren aufopferungsvoll kämpfend, phasenweise brillant aufspielend, nach gut viereinviertel Stunden aber machtlos gegen die Power von Matteo Berrettini.
Der Wimbledon-Finalist von 2021 schlug in den vier Sätzen 29 Asse und rettete sich so immer wieder aus brenzligen Situationen. Nur je ein Break gelang den beiden, am Ende des dritten Satzes gleich hintereinander. So mussten vier Tiebreaks entscheiden: 9:7 für Wawrinka, ein episches 18:16, dann ein 9:7 und noch ein 7:5 für Berrettini.
Im Tiebreak des zweiten Satzes wehrte der Italiener, die Nummer 51 der Welt, nicht weniger als sechs Satzbälle ab, allesamt bei eigenem Aufschlag. Es wäre die 2:0-Satzführung für Wawrinka gewesen. Auch im dritten Durchgang erarbeitete er sich zwei Satzbälle, einen sogar bei eigenem Service. Am Ende entschieden aber Nuancen zugunsten des Favoriten.
Dennoch darf Wawrinka auf diesen Auftritt stolz sein. Er verwöhnte die Fans noch einmal mit allem, was den dreifachen Grand-Slam-Champion zu einem Publikumsliebling macht. Auch wenn er in Wimbledon nie den Titel holen konnte, man wird ihn auch in London vermissen.
Golubic mit kurzer Zitterphase
Viktorija Golubic (WTA 62) gewann gegen die Qualifikantin Irina Schymanowitsch aus Belarus nach einer Schwächephase im zweiten Satz 6:2, 2:6, 6:1. Sie erfüllte die Pflichtaufgabe gegen die Weltnummer 215 letztlich souverän. In den letzten beiden Jahren war die 33-jährige Zürcherin beim Rasen-Grand-Slam-Turnier jeweils gleich zum Auftakt gescheitert. Nun trifft sie am Donnerstag auf die Italienerin Jasmine Paolini (WTA 17).