Was hat die Trockenheit mit der Gebäudeversicherung zu tun?
von Markus Feltscher, Direktor der Gebäudeversicherung Graubünden
Die Trockenheit im Sommer 2018 hat Natur und Menschen geplagt. Sie hat ebenfalls aufgezeigt, was die Menschheit bei der prognostizierten Klimaentwicklung in den nächsten 50 Jahren erwarten könnte. Zum Beispiel viermal mehr Hitzetage mit über 30 Grad.
Folgen der Trockenheit
Die zunehmende Sommertrockenheit hat auch im Wasserschloss Graubünden Auswirkungen: Waldbrandgefahr, Ernteeinbussen, ausgetrocknete Gärten, Rückgang der Wasserkraftproduktion und Waldsterben. Der politische Druck könnte dahingehend steigen, Löschwasserreserven für den Alltagsgebrauch zu reduzieren – und damit die Einsatzkraft der Feuerwehren zu senken.
Waldbrände können Schutzwälder vernichten und somit Dorfteile oder ganze Gebiete unbewohnbar machen. Als Beispiel sei Trin erwähnt. Ein Waldbrand vernichtete 2010 beinahe die Lawinenverbauungen. Wäre die Löschaktion nicht erfolgreich gewesen, hätte ein Teil des Dorfes im Winter nicht mehr bewohnt werden können. Jährlich gibt es im Durchschnitt 20 Waldbrände in Graubünden. Heikle Situationen erlebte man beispielsweise bei den Bränden in der Mesolcina und im Calancatal.
Mehrmals konnten die Löschkräfte im Zeitraum 1997 bis 2016 Übergriffe auf Schutzwälder rechtzeitig stoppen und damit Schlimmeres verhindern. Nicht zu unterschätzen ist dabei die Gefahr von nicht mehr befahrbaren wichtigen Verkehrsachsen auf Schiene und Strasse. Nach vielen Wochen ohne Regen nimmt der ausgetrocknete Boden beim ersten Gewitter kaum Wasser auf. Als Folge gibt es grosse Oberflächenüberschwemmungen oder Rüfen und damit geflutete Erdgeschosse.
