Was BTS zu einer der erfolgreichsten Bands ihrer Generation macht
Kurz vor dem wohl grössten musikalischen Comeback der letzten Jahre verwandelt sich das Zentrum der südkoreanischen Hauptstadt in eine riesige Outdoor-Bühne. Am Gwanghwamun-Platz in Seoul wird die Erfolgsband BTS diesen Samstag nach knapp vier Jahren ihr erstes Konzert geben.
Mehr als eine halbe Million Zuschauer werden Schätzungen der Behörden nach erwartet. Um Massenanstürme zu vermeiden, wird der Verkehr in der Innenstadt weitgehend gesperrt, U-Bahn-Stationen geschlossen und mehrere tausend Einsatzkräfte der Polizei mobilisiert.
BTS ist zweifellos eine Band der Superlative. Die sieben Mitglieder haben der südkoreanischen Popmusik seit ihrem Debüt 2013 endgültig zum globalen Durchbruch verholfen. Ihre 2020 erschienene Hitsingle «Dynamite» erreichte allein auf YouTube innerhalb von 24 Stunden über 100 Millionen Aufrufe. Zudem ist BTS die erste K-Pop-Band, die den ersten Platz der Billboard Hot 100 erreicht haben. Mehr als 20 Einträge lassen sich im Guinnessbuch der Rekorde zu BTS finden.
Auch Popstars müssen Militärdienst absolvieren
Doch auf dem Höhepunkt ihres Erfolgs ist es ruhig um die Erfolgsband geworden. Denn durch den in ihrem Heimatland für jeden männlichen Staatsbürger verpflichtenden Militärdienst mussten die Jungs eine mehrjährige Pause einlegen. Im Dezember 2022 trat Sänger Jin seinen Wehrdienst an, später folgten ihm die restlichen Bandmitglieder. Einer von ihnen, der 33-jährige Rapper Suga, diente in einer sozialen Einrichtung statt bei der Armee – in Ausnahmefällen ist dies in Südkorea gestattet.
Doch wegen der historischen Teilung der koreanischen Halbinsel in die Staaten Nord- und Südkorea, die nach Ende des Koreakriegs (1950–1953) niemals einen Friedensvertrag unterzeichnet haben, wird der Wehrdienst im ostasiatischen Tigerstaat extrem ernst genommen. Stars, die versucht haben, ihrer staatsbürgerlichen Pflicht zu entgehen – etwa, indem sie kurz zuvor eine andere Nationalität beantragt haben – werden von der südkoreanischen Öffentlichkeit äusserst kritisch beäugt.