Warenhaus, Krawall und freie Sicht auf die Limmat
Das Globusprovisorium in Zürich verliert endlich das Provisorische. Der Platz an der Limmat ist seit Jahren umstritten und gab den 1968er-Unruhen in Zürich den passenden Namen «Globuskrawalle». Ideen reichten vom Autonomen Zentrum bis zum kompletten Abriss des Gebäudes.
1892: Auf dem Papierwerdareal wird «Webers Bazar» eröffnet, das erste grosse Warenhaus der Schweiz.
1896: Erstmals wird der Firmenname «Globus» verwendet.
1914: Erste Planungen für einen Neubau des Warenhauses am alten Standort werden getätigt.
1949: Globus legt ein neues Projekt vor. Es ist deutlich höher und länger als einst geplant. Das löst heftige Reaktionen und schliesslich die Motion «Freie Limmat» aus.
1951: Die Motion «Freie Limmat» wird in der Volksabstimmung angenommen. Damit muss die Stadt die Rechte am Baugrund erwerben, und es darf darauf nichts Dauerhaftes mehr gebaut werden.
1956: Das alte Globusareal gehört nun der Stadt Zürich.
1960: Bau des Globusprovisoriums, das dem Warenhaus von 1961 bis 1967, bis zum Bezug des Neubaus an der Bahnhofstrasse, als vorübergehender Hauptsitz dient.
29. Juni 1968: Tag der «Globuskrawalle». Die Jugend protestierte gegen einen Entscheid des Stadtrates, das Provisorium nicht als autonomes Zentrum zur Verfügung zu stellen. Bei den Krawallen nimmt die Polizei 169 Demonstranten fest. Danach gibt es Kritik am harten Polizeieinsatz. Unter anderem wurden bereits verhaftete Personen mit Stöcken geschlagen.
1968: Eine Abstimmung, die den Abbruch des Globusprovisoriums verhindern will, wird angenommen. Das Ja ebnet den Weg für eine mögliche Neu-Überbauung.
1988: Nutzungskonzept des Hochbaudepartements. Im «Haus am Fluss» sollen unter anderem ein ständiger Frischwarenmarkt und ein Konzertsaal untergebracht werden.