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Schweiz und Welt

Wann Wärmepumpen Sinn machen

Südostschweiz
12.07.2022, 04:30 Uhr
gestern um 16:30 Uhr

Werden in bestehenden Bauten Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energie installiert oder Massnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz getroffen, kann sich der Kanton an den Kosten beteiligen. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen werden aber nur Beiträge ausgerichtet, wenn die Anlagen an einem Standort mit einer Jahresmitteltemperatur von mehr als 7,3 Grad Celsius realisiert werden. Förderberechtigt seien damit nur wenige Gebiete im Kanton – in aller Regel tiefe ­Lagen in den Talebenen, heisst es in einer Anfrage, die Mitte-Grossrat Gian Derungs (Lugnez) in der Aprilsession eingereicht hatte. Derungs und über 50 Mitunterzeichnende wollten von der Regierung wissen, ob diese bereit ist, eine flächendeckende Förderung von Luft-Wasser-Wärmepumpen im Kanton zu ermöglichen. Ebenfalls wurde gefragt, ob die Jahresmitteltemperatur noch das richtige Mass für die Förder­berechtigung sei. Denn in den Wintermonaten sei es in tieferen, schattigen Lagen oft kälter als in höheren, sonnigen Gebieten.

Differenz ist entscheidend

Wie die Bündner Regierung in ihrer kürzlich veröffentlichten Antwort schreibt, erachtet sie die Ausweitung der Förderung auf das ganze Kantonsgebiet als «nicht zielführend». Die Effizienz von Wärmepumpen hänge primär vom Temperaturhub ab – der Differenz zwischen Aussenluft, Erdreich, Grundwasser und der Vorlauftemperatur des Heizsystems. Bei einer Aussentemperatur von –15 Grad und einer benötigten Temperatur der Radiatoren von 65 Grad betrage der Temperaturhub beispielsweise 80 Grad Celsius. Je grösser diese Differenz sei, desto schlechter schneide die Effizienz einer Wärmepumpe ab.

Höhere, südlich ausgerichtete Wohnlagen hätten auf den Temperaturhub einen marginalen Einfluss, erklärt die Regierung weiter. Zwar würden die Temperaturen an sonnigen Wintertagen während sechs bis acht Stunden höher ansteigen als im Talboden, danach aber während 16 bis 18 Stunden auf kältere Temperaturen absinken. Ineffiziente Anlagen würden die Winterstromproblematik wegen des Temperaturhubs zusätzlich verschärfen. Es sei nicht das Ziel, fossile Heizungssysteme mit ineffizienten elektrischen Heizsystemen zu ersetzen. Die Jahresmitteltemperatur sei zudem eine robuste Grösse, um die Eignung für den Standort zu beurteilen. (red)

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