«Waldhaus» in Flims wehrt sich gegen Hackerangriff
Es ist Oktober. Zwischensaison im traditionellen «Waldhaus» in Flims. Dann passiert es. Aussenstehende bekommen Zugriff über die Software sowie das IT-System des Luxushotels und verschlüsseln sensible Daten. «Wir hatten keinen Zugriff mehr», sagt der Leiter des Hotels, Riccardo Giacometti. «Die Zugänge waren alle verschlüsselt und das Hotel für zwei Wochen lahmgelegt.» Beim Vorfall wurden interne Server gehackt. Dabei handelte es sich um Mailserver, Word- und Exceldokumente, Verträge, aber auch Anlagen wie das Tür- oder Heizsystem des 5-Stern-Hotels. So war die Heizung über diese Zeit nicht in Funktion.
Die Zugänge waren alle verschlüsselt und das Hotel für zwei Wochen lahmgelegt.»
Riccardo Giacometti, Leiter «Waldhaus» Flims
Dass das «Waldhaus» in Flims erst heute über den Cyberangriff vom 18. Oktober informiert, hat seine Gründe. «Bis wir das ganze Ausmass gesehen und analysiert haben, brauchte es einfach seine Zeit.» Weiter sagt der Hotelleiter, dass es lange ging, bis man alle Daten über ein Backup wieder zurückholen konnte. «Die Information an die Öffentlichkeit soll die richtige sein» – dies ist Giacometti ein Anliegen. Die Cyberkriminellen forderten ein Lösegeld für die Entschlüsselung der Daten. Doch das «Waldhaus» ist nicht darauf eingegangen: «Wir haben weder jemanden kontaktiert noch irgendetwas bezahlt.» Laut Angaben des Hotels seien die betroffenen Systeme direkt vom Netz genommen worden. Zudem schaltete der Tourismusbetrieb die Kantonspolizei und Datenschutzbehörden ein.
Gäste- und Mitarbeiterdaten nicht betroffen
«Die wichtigsten personenbezogenen Daten wie Bank- oder Kreditkartenangaben wurden glücklicherweise extern in einer Cloud, also nicht im hoteleigenen Server, gespeichert.» Demnach hatten die Hacker wohl keinen Zugriff auf die Gäste- und Mitarbeiterdaten oder das Reservierungssystem. Ganz ausschliessen könnte man dies allerdings nicht: «Hacker sind uns immer einen Schritt voraus», so Giacometti.