Wal schwimmt in Transportschiff – Reise steht bevor
Die Bergungsaktion des in der Ostsee vor Deutschland gestrandeten Buckelwals ist ihrem Ziel einen Schritt näher gekommen. Die Beteiligten zogen den Wal in einer stundenlangen Aktion mit Gurten zu einem Lastkahn, der das Tier Richtung Nordsee befördern soll.
Für den Weg zum Schiff wurde in den vergangenen Tagen eine gut 100 Meter lange Rinne gebaggert. Um 14.45 Uhr war das Tier schliesslich in der sogenannten Barge, also einer Art schwimmendem Becken.
«Mir fällt wirklich ein Stein vom Herzen», sagte der Umweltminister des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, im Hafen von Kirchdorf. «Ich war auch kurz davor, ins Wasser zu springen, um ihm noch auf den letzten Meter mitzuhelfen». Er habe sich dann aber zusammengerissen. Der Minister sagte, er habe auf dem Schiff, von wo er die Aktion beobachtete, geweint.
Jubel und Tränen bei Helfern und dem Minister
Nach der Aktion fielen sich die Helfer der privaten Rettungsinitiative im Hafen in die Arme, bei manchem rollte eine Träne der Erleichterung nach Wochen der Anspannung. Bei ihrer Ankunft im Hafen von Kirchdorf werden sie von den Anwesenden teils mit Jubel und Klatschen empfangen. «Die Hoffnung haben wir nie aufgegeben», sagte eine Schaulustige vor Ort.
Doch die Reise im schwimmenden Becken in Richtung Nordsee steht noch bevor. Sie soll gegen Abend starten, wenn die See ruhiger wird, so Backhaus.
Zweifel unter Fachleuten
Doch gerettet ist der Wal längst nicht: Experten des Meeresmuseums Stralsund hatten explizit vor dem Transport des Tieres gewarnt. «Der Allgemeinzustand des Wales hat sich weiter verschlechtert», die Erfolgsaussichten einer Lebendbergung seien sehr gering. Sie «ist zudem mit enormen Verletzungsrisiken für den Wal verbunden», erklärten die Forscher und verwiesen auf ähnliche Einschätzungen etwa der International Whaling Commission und British Divers Marine Life Rescue.