«Wahnhaft» – Trump und Teheran vor dramatischer Eskalation?
Im Iran-Krieg zeichnet sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump an Teheran keine Einigung ab.
Während Trump seine Warnung vor einer «völligen Zerstörung» aller iranischen Kraftwerke und Brücken bekräftigte, falls Teheran nicht bis Mittwochnacht 2.00 Uhr MESZ die Strasse von Hormus öffnet, verspottete ein Sprecher der iranischen Militärführung dies als «haltlose Drohungen» eines «wahnhaften» Präsidenten. Sollte es nicht in letzter Minute doch noch zur Einigung kommen, droht damit eine dramatische Eskalation des Kriegs mit unabsehbaren Folgen.
Die USA könnten Irans Brücken und Kraftwerke innerhalb von vier Stunden zerstören, warnte Trump im Weissen Haus. Man wolle nicht, dass das passiert. Er betonte aber zugleich: «Wir haben einen Plan.» Irans stellvertretender Sportminister Alireza Rahimi rief für heute Mittag Ortszeit Künstler und Sportler dazu auf, Menschenketten an Stromkraftwerken im ganzen Land zu bilden. «Wir werden Hand in Hand stehen, um zu sagen: Angriffe auf öffentliche Infrastruktur sind ein Kriegsverbrechen», schrieb Rahimi auf der Plattform X.
Iran lehnt Waffenruhe ab
Der Sprecher der Khatam-al-Anbiya-Kommandozentrale, Ebrahim Zolfaqari, sagte laut Staatsmedien, die «rüde, arrogante Rhetorik und haltlosen Drohungen des wahnhaften US-Präsidenten» würden Irans Angriffe gegen die «amerikanischen und zionistischen Feinde» nicht stoppen. Ali-Akbar Welajati, aussenpolitischer Berater des obersten iranischen Führers, schrieb auf X, die arabischen Staaten sollten – «um zu verhindern, dass die Region im Dunkeln versinkt» – Trump klarmachen, dass der Persische Golf «kein Ort für Glücksspiel» ist. Iran greift derweil Golfstaaten mit US-Basen weiter an.
Aus pakistanischen Geheimdienstkreisen hatte es am Montag geheissen, man habe beiden Seiten einen Plan für eine 45-tägige Waffenruhe vorgelegt, in deren Rahmen Friedensgespräche geführt und ein Abkommen vorgeschlagen werden solle. In den Kontakten hätten die USA darauf bestanden, dass der Iran vor Verkündung einer Waffenruhe die für den globalen Öl- und Gasmarkt wichtige Strasse von Hormus öffne. Diese Bedingung wiederum habe Teheran zurückgewiesen.