Wahl in Baden-Württemberg: Grüne hauchdünn vor Christdemokraten
Bei der Landtagswahl im südwestdeutschen Bundesland Baden-Württemberg liefern sich die Grünen und die christdemokratische CDU ein knappes Rennen um Platz eins – mit einem hauchdünnen Vorsprung für die Grünen.
Das geht aus Hochrechnungen von ARD und ZDF hervor. Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir könnte damit in die Fussstapfen von Ministerpräsident Winfried Kretschmann, dem ersten und bisher einzigen Regierungschef der Grünen in einem deutschen Bundesland, treten. Über Monate hatte die CDU mit Landeschef Manuel Hagel in Umfragen deutlich geführt, am Ende legten die Grünen aber eine rasante Aufholjagd hin.
Die rechtspopulistische AfD verdoppelt ihr Ergebnis im Vergleich zur vorherigen Wahl vor fünf Jahren und steuert damit auf ihr bestes Abschneiden bei einer Landtagswahl im Westen Deutschlands zu. Bei der Bundestagswahl im Februar 2025 hatte die Partei ebenfalls ihren Stimmenanteil im Vergleich zur vorherigen Wahl verdoppelt – auf 20,6 Prozent. Im Bundestag in Berlin stellt sie die zweitstärkste Fraktion.
Die sozialdemokratische SPD, die als Koalitionspartnerin der CDU von Kanzler Friedrich Merz an der deutschen Regierung beteiligt ist, stürzt auf ein historisches Tief bei Landtagswahlen und ist gerade noch so im Landtag, dem Parlament von Baden-Württemberg, vertreten. SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch zog die Konsequenzen und kündigte seinen Rückzug als Landes- und Fraktionschef an.
Die wirtschaftsliberale FDP und die Linke scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde zum Einzug in den Landtag. Auch FDP-Landeschef Hans-Ulrich Rülke will sein Amt niederlegen.
Den Hochrechnungen zufolge kommen die Grünen auf 30,3 Prozent (2021: 32,6 Prozent), die CDU liegt mit 29,7 Prozent knapp dahinter (24,1). Die AfD erhält 18,7 bis 18,8 Prozent (9,7). Mit grossem Abstand folgt die SPD mit 5,5 Prozent (11,0). Die FDP kommt auf 4,4 Prozent (10,5), die Linke ebenfalls auf 4,4 Prozent (3,6).
Die Grünen erhalten laut Hochrechnungen 57 Sitze im Landtag (2021: 58), die CDU 56 (42). Die AfD kommt auf 35 Mandate (17), die SPD auf 10 (19). Grüne und CDU hätten damit zusammen eine Zweidrittelmehrheit im Landtag.