Solarexpress gestoppt, jetzt droht das Sparen
Sowohl auf der Alp da Schnaus als auch auf der Alp da Rueun wird es zumindest im Rahmen des Solarexpresses keine Sonnenkraftwerke geben. Das Stimmvolk der Gemeinde Ilanz/Glion wollte am Sonntag an der Urne weder für die Ovra Solara Camplauns noch für die doppelt so grosse Ovra Solara Rueun die nötigen Sondernutzungsrechte erteilen. Erstere wurde mit 1021:606 Stimmen verworfen, Letztere mit 1028:602 Stimmen, und das bei einer Stimmbeteiligung von 47 Prozent, wie aus dem kommunalen Protokoll des Urnengangs hervorgeht. Die beiden von Axpo vorangetriebenen Projekte für alpine Freiflächen-Solaranlagen haben damit bereits in einem ersten Grundsatzentscheid Schiffbruch erlitten. Im Gemeindeparlament waren sie Ende Oktober noch mit klarem Mehr positiv zuhanden der Urnenabstimmung verabschiedet worden.
Breit abgestützter Widerstand
In dieser deutlichen Art habe er die Entscheidungen nicht erwartet, meinte am Sonntag Marcus Beer, Gemeindepräsident von Ilanz/Glion. «Aber offensichtlich haben wir unterschätzt, wie viele sich für das Landschaftsbild einsetzen.» Und ebenso klar komme der Widerstand nicht nur aus den direkt betroffenen Fraktionen Rueun und Ruschein, vielmehr sei er über die ganze Gemeinde breit abgestützt, das zeige sich an der Menge der Nein-Stimmen.
Die beiden Solarexpress-Vorhaben hatten im Vorfeld des Urnengangs für erhebliche Kritik gesorgt, die sich unter anderem in negativen Voten an einem Informationsabend der Gemeinde und in Leserbriefen gezeigt hatte. Auch die beiden Umweltorganisationen Pro Natura Graubünden und Stiftung Landschaftsschutz Schweiz hatten sich in einem Flyer an alle Haushaltungen ablehnend zu Wort gemeldet (Ausgabe vom Mittwoch).