Vor Algerien – Österreich ist Ausgangslage ähnlich kurios wie 1982
Durch das Gruppenspiel Österreich – Algerien am Sonntag rückt mit der «Schande von Gijon» ein unrühmliches Kapitel der WM-Geschichte wieder in den Fokus. Die Ausgangslage ist wiederum kurios.
«Die Schande von Gijon» – das hat wohl fast jeder Fussballfan schon mal gehört. Bei der WM 1982 in Spanien führte die Bundesrepublik Deutschland früh mit 1:0 gegen Österreich. Das Ergebnis reichte beiden zum Weiterkommen. Was folgte war ein Ballgeschiebe, ein Nichtangriffspakt, der in die Geschichte einging.
Oder wie es der damalige österreichische Nationalspieler Hans Krankl der Nachrichtenagentur APA sagte: «Gijon war nicht schön, ein sogenanntes Scheissmatch.» Droht etwas Ähnliches nun auch am Sonntagmorgen (4.00 Uhr MESZ) , wenn Österreich und Algerien bei der WM in Kansas City aufeinandertreffen? Eine ganz besondere Konstellation bei dem Turnier in den USA, Mexiko und Kanada lässt zumindest Erinnerungen an das Skandalspiel aufkommen.
Man weiss genau, was man braucht
Die Teams von Ralf Rangnick und dem ehemaligen Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic, der seit zwei Jahren Algerien coacht, sind neben Jordanien (schon ausgeschieden) und Argentinien (sicher Gruppensieger) als letzte der Vorrunde dran. Sie wissen bei der Mega-WM mit 48 Teams, bei der auch die besten acht Gruppendritten weiterkommen, genau, was für das Weiterkommen reicht.
Und sie wissen dann sogar genau, welcher Gegner bei Platz zwei und welcher bei Platz drei wartet. Schon jetzt ist quasi sicher, dass beiden ein Remis zum Weiterkommen genügt. Viele Zuschauer werden also genau hingucken. Wie viel Risiko gehen die Mannschaften? Wie konsequent greifen sie wirklich an?
Österreichs Posch: Frage stellt sich nicht
Die bisherigen Aussagen der Beteiligten dazu sind wenig überraschend. «Wir gehen ins Spiel einfach so, dass wir es gewinnen wollen», sagte Österreichs Abwehrspieler Stefan Posch im Teamquartier in Santa Barbara in Kalifornien. «Wir sind alle Sportler, Fussballer. Ich kann nicht in ein Spiel gehen und sagen, heute gehen wir rein und verlieren. Das funktioniert ja nicht. Das hat keiner von uns jemals gemacht und wird es auch nie machen. Deswegen stellt sich für uns da gar keine Frage.»