Glaronia macht einen grossen Schritt Richtung Nationalliga A
von Peter Aebli
Franches-Montagnes reiste mit einem Team nach Glarus an, das sich den Rhythmus der Nationalliga A gewöhnt war, in der Schlussphase der Meisterschaft jedoch überraschend gegen Toggenburg verloren hatte. Möglicherweise lag das auch am abrupten Abgang von Trainer Leonardo Portaleoni, der zum Topteam Düdingen wechseln wird und nach dieser Ankündigung Ende Januar bei Franches-Montagnes in Ungnade gefallen war. Assistenztrainer Eduardo Faustino übernahm das Zepter, was für Kontinuität sorgte, doch ob er seine Spielerinnen erreicht, ist fraglich.
Glaronia hingegen überzeugt durch Harmonie und umsichtige Führung, ist sich aber kein NLA-Niveau gewöhnt.
Glaronia überrascht den Gegner
Verschiedene Verletzungen bereiten dem Glarner Team aktuell Sorgen – ein Ausfall von Ivana Bulajic oder von Miriam Reiser wäre wohl kaum zu verkraften. Deshalb entschied man sich, Natalia Coluccello, die wegen ihrem Bänderriss nicht mehr spielen kann, zu ersetzen. Man schaute sich nach einer Angreiferin um, die vielleicht auch für die Zukunft eine Option sein könnte, und wurde in Deutschland fündig. Antonia (Toni) Stautz verstärkt für die Barrage den Glarner Angriff, und sie hatte bereits einen guten Einstand. Die 29-jährige Sportstudentin ist Captain beim Bundesligisten Schwarz-Weiss Erfurt und hat ihre Saison vor einer Woche abgeschlossen.
Selbstbewusste Glarnerinnen
Mit einer konzentrierten Leistung und Überlegenheit am Netz zeigten die Glarnerinnen von Beginn weg ihrem Publikum, dass mit ihnen zu rechnen sein wird. Den einen oder anderen Annahmefehler galt es noch wegzustecken, doch oft kamen die Bälle gut genug auf Mariah Mandelbaum, sodass die Passeuse unter verschiedenen Angriffsvarianten wählen konnte. Weil die Mittelblockerinnen Miriam Reiser und Lea Werfeli erneut starke Leistungen zeigten, war es für die Jurassierinnen nicht möglich, den Block auf die Aussenposition zu setzen. Mit der variablen Spielweise der Glarnerinnen waren sie überfordert, zumal auch Ivana Bulajic die nötige Aggressivität an den Tag legte und immer wieder erfolgreich war.