Viele Tote bei Waldbrand in Andalusien – «Schreckensnacht»
Ein verheerender Waldbrand hat unweit beliebter Mittelmeer-Strände im Süden Spaniens viele Menschenleben gefordert. Nach Angaben der Regionalregierung von Andalusien gab es im Gebiet um die Gemeinden Los Gallardos und Bédar mindestens zwölf Todesopfer.
Der TV-Sender RTVE sprach vom «tödlichsten Waldbrand des 21. Jahrhunderts» in Spanien. Da 23 Personen vermisst werden, steht die genaue Totenzahl nicht fest.
Die Opfer erlebten wohl ein schreckliches Ende: Vier seien in einem Fahrzeug, acht andere auf den Strassen von den Flammen eingeschlossen worden und verbrannt, hiess es. Es handelt sich laut Behörden um Personen, die vor den Flammen fliehen wollten, dabei jedoch eine falsche Fluchtroute wählten.
Grosse Sorge in Grossbritannien
Aufgrund verschiedener Indizien vermute man, dass unter den Toten Ausländer seien, möglicherweise Briten und Belgier. Man müsse aber die Identifizierung der Opfer abwarten, erklärte regionale Gesundheitsminister Antonio Sanz. Als Ursache des Brandes wird der Einsturz einer Stromleitung vermutet.
Die Tragödie löste nicht nur in Spanien, sondern auch im Ausland grosse Bestürzung aus. Vor allem in Grossbritannien herrschte grosse Sorge. Dort wurde mit Bangen auf die Identifizierung der Opfer gewartet, die laut Behörden und Medien möglicherweise mehrheitlich britische Staatsangehörige sein könnten.
Eine Sprecherin der Downing Street sprach gegenüber der Nachrichtenagentur PA von «besorgniserregenden Berichten». Das britische Aussenministerium stehe in engem Kontakt mit den spanischen Behörden.
Anwohner erlebten ein «Inferno»
Auf Videos, die von RTVE und anderen Medien veröffentlicht wurden, hört man Menschen verzweifelt schreien: «Was für ein Horror, was für ein Horror!», «Das Feuer ist ganz in der Nähe!» und «Häuser brennen!». Der Bürgermeister der betroffenen Ortschaft Antas, Pedro Ridao, sagte, man habe eine «Schreckensnacht» erlebt. Anwohner sprachen im TV von einem «Inferno» und einem «Alptraum».