Viel Unverständnis und ein wenig Hoffnung
Ab Samstag will Bundesbern die Massnahmen verschärfen und Restaurants, Läden und Sportaktivitäten ab 19 Uhr sowie an Sonntagen schliessen. Privat sollen sich ausser über die Weihnachtstage und an Silvester maximal noch fünf Personen aus höchstens zwei Haushalten treffen dürfen.
Sollte sich die Lage weiter verschlechtern, kündigte der Bundesrat für eine Woche später eine zweite Stufe mit der Schliessung von Läden und Gastrobetrieben an. Entscheiden will der Bundesrat am Freitag. Im Bündner Grossen Rat sind die Meinungen dazu aber bereits gemacht. Radio Südostschweiz hat sich umgehört.
Koch: «Eine absolute Katastrophe»
«Die kommunizierten Massnahmen sind eine absolute Katastrophe. Die Gastronomen bekommen richtig eins aufs Dach. Ein wirtschaftlicher Betrieb ist einfach nicht mehr möglich. Und dies, nachdem die Branche viel in Schutzkonzepte und Ausbildung des Personals investiert hat», sagt SVP-Grossrat Jan Koch. Und weiter: «Wenn man jetzt mit Hoteliers und Gastronomen spricht, sagen einem viele, dass sie, wenn es so weitergeht, im Frühjahr für immer schliessen müssen.»
Auch CVP-Grossrat Reto Crameri findet die geplanten Massnahmen falsch. «Ich frage mich, warum Restaurants um 19 Uhr schliessen sollten. Wer geht denn um 17 Uhr zum Nachtessen», sagt Crameri. Aus der Sicht des Politikers fehlen die Erkenntnisse, wo man sich ansteckt. «Ansteckungen im Gastrobereich, auf Sesselbahnen oder Skigebieten sind gering. Das zeigt mir, dass der Bundesrat relativ konzeptlos unterwegs ist», so Crameri.