Viel Bewegung drumherum, aber Wal verharrt vor deutscher Insel
Viel Bewegung herrscht rings um den erneut vor der deutschen Ostsee-Insel Poel festsitzenden Buckelwal – nur das Tier selbst hat seine Position im flachen Wasser nicht wieder verlassen. Am Vormittag arbeitete zeitweise ein mehrköpfiges Team hüfthoch im Wasser stehend direkt am Wal.
Das war in Live-Streams zu sehen. Immer wieder hielt ein Helfer eine Art Rohr an einem Schlauch beim Wal ins Wasser, offenbar als Teil des Versuches, ihn freizuspülen.
Es werde Saug- und Spülgerät eingesetzt, um den Wal zu entlasten, hatte der Umweltminister des deutschen Landes Mecklenburg-Vorpommern, Till Backhaus, zuvor nach einer Lagebesprechung im Hafen von Kirchdorf erklärt. Wegen des gesunkenen Wasserstands ragte das Tier weiter aus dem Wasser und sein Gewicht drückte stärker auf seine inneren Organe.
Aus Kreisen der privaten Initiative, die hinter dem Rettungsversuch steht, hiess es, durch den Einsatz von Saugrobotern sei eine Kuhle geschaffen worden. Eine Seite des Wals werde blockiert. Ziel sei es, das Tier später in tiefere Gewässer zu leiten, «raus aus dem Nadelöhr».
Arbeitsplattform beim Wal
Am frühen Nachmittag war auf Live-Streams zu sehen, wie die vor Ort eingesetzte schwimmende Arbeitsplattform mit einem Bagger dichter an den Wal heranfuhr. Von der Plattform führte ein dicker Schlauch ins Wasser beim Wal, während auf der anderen Seite Wasser und augenscheinlich auch Schlick herausgespült wurde.
Der Wal war – nachdem er drei Wochen an einer Stelle gelegen hatte – am Montagmorgen bei steigendem Wasserstand plötzlich losgeschwommen. Von Booten aus war versucht worden, ihn Richtung Ostsee zu treiben. Nach zwei Stunden stoppte das womöglich schwer erschöpfte Tier aber am Übergang der Bucht namens Kirchsee in den Rest der Wismarbucht, wo deutlich tieferes Fahrwasser Richtung Ostsee führt.
Wal soll Nahrung angeboten werden