Versorgungssicherheit – wird der Strom ausreichen?
von Michael Casutt, Projektleiter beim Amt für Energie und Verkehr Graubünden in Chur
Die mit fossilen Brennstoffen betriebenen Heizungsanlagen verursachen rund die Hälfte des CO2-Ausstosses. Der Ersatz solcher Anlagen steht beim Umbau der Energieversorgung im Fokus. Beim Ersatz von Wärmeerzeugern in Wohnbauten gilt eine Meldepflicht. Es ist der Nachweis zu erbringen, dass mindestens zehn Prozent des Energiebedarfs mit erneuerbarer Energie erzeugt oder eine Reduktion des Energiebedarfs von mindestens zehn Prozent erreicht wird. Unter Berücksichtigung dieser Bestimmungen bei einem Kesselersatz wird oft eine Wärmepumpe oder eine Holzheizung gewählt. Damit sind die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und der CO2-Ausstoss wird auf null reduziert.
Die Elektrifizierung der Fahrzeuge
Die Anzahl der immatrikulierten Personenwagen ist in den letzten zwanzig Jahren um über 30 Prozent gestiegen. Dieser individuelle Verkehr ist für einen Drittel des schweizweiten CO2-Ausstosses verantwortlich. Das Potenzial liegt auf der Hand. Erfreulicherweise haben namhafte Autoproduzenten ein klares Statement platziert: Mittelfristig werden nur noch Elektrofahrzeuge die Produktionslinien verlassen. Diese Stossrichtung schlägt sich in der Anzahl der schweizweit immatrikulierten Elektrofahrzeuge nieder. In den letzten zwanzig Jahren ist diese Zahl um den Faktor zehn auf rund 70 000 Elektrofahrzeuge gestiegen.
Ausstieg aus der Kernenergie
Als Folge der Reaktorkatastrophe in Fukushima im Jahr 2011 hat der Bundesrat beschlossen, keine neuen Kernkraftwerke zu bauen. Die vier bestehenden können weiter betrieben werden, wenn sie die Anforderungen an die Sicherheit erfüllen. Im Anschluss werden die Kernkraftwerke ausser Betrieb genommen und rückgebaut. Den Wegfall dieser Stromproduktion gilt es mit erneuerbaren Energien zu ersetzen.