Versöhnlicher Abschluss für den Bob fahrenden Nationalrat
Eigentlich hatte Marcel Dobler ja schon im Februar 2018 seinen Rücktritt vom Spitzensport erklärt. Jedenfalls war das damals so interpretiert worden, als er nach verpasster Olympia-Selektion sagte: «Für mich wars das. Ich werde mich per sofort aus dem aktiven Spitzensport zurückziehen.» Das stimme schon, sagt der zweifache Familienvater, Unternehmer und FDP-Nationalrat aus Rapperswil-Jona nun, er habe den riesigen Aufwand nicht mehr weiter betreiben wollen. «Ich meinte aber nicht, dass ich nie mehr Bob fahren werde», präzisiert er.
Spezielle Gefühle beim Abschied
Und so kam es, dass er vergangene Woche, über ein Jahr nach seinem letzten Rennen, in den Weltcup zurückkehrte – beim Heimweltcup in St. Moritz. «Für ein Abschiedsrennen», wie er betont: «Nun ist das Kapitel Bob definitiv beendet.»
Mit dieser Gewissheit im Hinterkopf lösten die Tage im Engadin bei Dobler spezielle Gefühle aus. «Ich hatte extrem viel Spass und genoss die Fahrten mehr denn je», gesteht er. Zudem habe er die Gelegenheit genutzt, um den mehrjährigen Weggefährten alles Gute zu wünschen, Danke und Adieu zu sagen.
Das Resultat – Dobler belegte als Bremser im Viererbob von Pius Meyerhans Rang 18 unter 21 Teilnehmern – sei unter diesen Umständen nebensächlich gewesen. «Was nicht heisst, dass ich nicht alles gegeben habe», so Dobler. «Mit den Starts konnten wir sehr zufrieden sein, leider haben wir uns beim Material etwas vertan. Es war schlicht zu warm für die breiten Kufen, die wir montiert hatten.»
Zweimal Schweizer Meister
Die Derniere war Doblers siebter Einsatz im Weltcup seit seinem Debüt am 15. Januar 2016 in Park City (USA). Das beste Ergebnis war der 16. Rang am Tag nach der Premiere. Wenig später bestritt der ehemalige Schweizer Meister im Zehnkampf mit dem sogenannten «A-Team» von Pius «Billi» Meyerhans auch die Weltmeisterschaften in Innsbruck (23. Rang).
Als Höhepunkte seiner Bob-Karriere bleiben Dobler neben seiner Weltcup-Feuertaufe in Park City vor allem die Medaillengewinne an Schweizer Meisterschaften in Erinnerung. Im Winter 2015/16 gewann er mit Meyerhans Silber im Zweier und Gold im Vierer, zwei Jahre später im grossen Schlitten von Clemens Bracher erneut Gold.