Verlässlich wie eine Schweizer Uhr
Die Schweizer Kunstturner liefern auch an der WM in Rotterdam ab. Eine besondere Rolle im Team spielt Florian Langenegger, der oft als Startturner mit seiner Verlässlichkeit überzeugt.
«Aussergewöhnlich», dieses Wort fällt mehrmals, als die Nachrichtenagentur Keystone-SDA nach der starken Qualifikation der Schweizer Männer an der WM in Rotterdam (6. Rang) mit David Huser spricht. Der 39-Jährige ist seit 2021 Chef Spitzensport im Schweizerischen Turnverband. Aussergewöhnlich ist vor allem die Konstanz der Männer. Die Generation um Pablo Brägger wurde aufgrund ihrer Erfolge als «goldene» im Schweizer Kunstturnen bezeichnet. Nun ist keiner mehr dabei und die Resultate sind noch besser geworden.
Die Konstanz ist kein Zufall
Wie schon vor drei Jahren in Antwerpen stehen die Schweizer im Teamwettkampf am Dienstagabend wieder im WM-Final, nachdem sie an den Europameisterschaften im vergangenen und in diesem Jahr Silber respektive Bronze gewonnen hatten. Zudem schaute an den Olympischen Spielen 2024 in Paris der siebte Platz heraus. Und dies in einer Weltsportart.
«Das bestätigt, dass es kein Glück, sondern eine Systematik dahinter ist», sagt Huser. «Ich habe sehr hohen Respekt vor den Jungs, vor dem ganzen Team. Es gibt viele Faktoren, die hineinspielen.» Nach dem Absturz in Liverpool (WM 2022, Rang 20) hätten sie alles intensiv reflektiert und Schlüsse daraus gezogen. Und anscheinend waren es die richtigen. Beim fünften Rang in Antwerpen erhielten die Schweizer vom internationalen Turnverband den Infinity Award als Anerkennung für ihre herausragende Leistung.
Ruhe unter Druck
Das Wort aussergewöhnlich verwendet Huser auch im Zusammenhang mit Florian Langenegger. Dieser steht zwar im Schatten von Noe Seifert, der vor einem Jahr WM-Bronze im Mehrkampf geholt hat, spielt im Team aber eine besondere Rolle. Denn meistens turnt er als Erster an einem Gerät, und ein guter Auftakt hilft selbstredend enorm. Von daher ist er einem speziellen Druck ausgesetzt.