Verkaufszahlen der deutschen Autoindustrie im Rückwärtsgang
Der angeschlagene VW-Konzern und weitere deutsche Autobauer im abgelaufenen Quartal teils deutlich weniger Fahrzeuge verkauft. Grund dafür sind in erster Linie die schwachen Verkaufszahlen in China.
Wie VW am Freitag mitteilte, ging die Zahl der Auslieferungen in den Monaten April bis Juni auf nur noch 2,08 Millionen Fahrzeuge aller Konzernmarken zurück. Das entsprach einem Minus von fast 9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.
Bei der Kernmarke Volkswagen gingen die Auslieferungen demnach sogar um 14 Prozent zurück auf 1,02 Millionen Fahrzeuge. Auch bei der VW-Tochter Audi setzt sich der Abwärtstrend fort: Dort stand diesmal ein Minus von 8,2 Prozent auf 367'139 Fahrzeuge zu Buche. Vor allem in China und den USA läuft es schlecht.
Porsche hatte bereits einen Rückgang um 16 Prozent bei den Auslieferungen im ersten Halbjahr gemeldet. Im zweiten Quartal lag das Minus sogar bei 18 Prozent auf noch 61'300 Sport- und Geländewagen. Die weitere VW-Tochter Skoda meldete dagegen fast 5 Prozent Plus auf knapp 284'000 Autos.
Lokale Konkurrenz in China
In China, wo die deutschen Autobauer insgesamt mit einem schrumpfenden Markt und lokaler Konkurrenz zu kämpfen haben, brachen die Verkäufe von VW um mehr als ein Drittel auf nur noch 424'300 Fahrzeuge ein. Die dortige Situation bleibe herausfordernd, sagte Audi-Vertriebsvorstand Marco Schubert, der das Ressort auch im Gesamtkonzern betreut.
Besser lief es dagegen für VW in Nordamerika, wo Europas Autobauer unter den neuen Zöllen von US-Präsident Donald Trump leiden: 242'000 Autos wurden dort ausgeliefert, fast 8 Prozent mehr als vor einem Jahr. Das Minus im ersten Quartal konnte damit aber noch nicht ausgeglichen werden.
Zulegen konnte der Konzern in Europa: In Westeuropa wurden gut 900'000 Fahrzeuge ausgeliefert, knapp 2 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bei den E-Autos lag das Plus europaweit sogar bei knapp 6 Prozent auf gut 200'000 Fahrzeuge. Der Auftragsbestand vollelektrischer Fahrzeuge in Europa habe sich um mehr als 50 Prozent erhöht, sagte Schubert. Fast ein Drittel des Auftragsbestandes in Europa entfalle inzwischen auf reine Batterieautos.