Verjüngungsprobleme in der Surselva
Gestützt auf die entsprechenden bundesrechtlichen Grundlagen erstellen die kantonalen Wald- und Jagdverwaltungen für den ganzen Kanton Graubünden Wald-Wild-Berichte. Am Montag wurde der Wald-Wild-Bericht Surselva vorgestellt. Er ist mit Kartengrundlagen dokumentiert.
Der Wald für die Zukunft umfasst laut Bericht:
- Artenreicher und strukturierter Aufbau
- Verbissempfindliche Baumarten wie Weisstanne, Traubeneiche, Bergahorn, Esche oder Linde
- Anpassung Schalenwildbestände auf Lebensraumkapazität
- Bewirtschaftung von Wildschutzgebieten und Ausscheidung von Wildruhezonen
- Wildschadenverhütungsmassnahmen
- Holzschläge
- Verjüngung
- Waldbiodiversität
Der Teilbericht Wild erläutert die Populationsentwicklungen der Schalenwildarten (Hirsch, Reh, Gams und Steinbock) der vergangenen Jahre in der Surselva und die darauf basierende Jagdplanung. Neu im Vergleich zum revidierten Wald-Wild-Bericht 2003 ist laut einer Mitteilung die zunehmende Präsenz der Grossraubtiere.
Im Teilbericht Wald ist die Waldentwicklung und die Entwicklungen der wichtigsten Baumarten beschrieben. Es werden Problemflächen und Beobachtungsflächen definiert, in denen der Wildeinfluss für eine natürliche und nachhaltige Waldverjüngung mit standortgerechten Baumarten als zu gross und kritisch beurteilt wird. Auf diesen Flächen werden forstliche und jagdliche Massnahmen geplant.
Aktuell gibt es auf zwölf Prozent der Waldfläche in der Surselva Verjüngungsprobleme, die auf den zu hohen Wildeinfluss zurückzuführen sind. Im Jahre 2003 waren es 15 Prozent. Auf weiteren elf Prozent der Waldfläche wird der Einfluss des Schalenwildes als sehr hoch eingestuft, die Waldentwicklung wird in den nächsten Jahren aber noch genauer beobachtet. Diese Beobachtungsflächen haben seit 2003 um zehn Prozent zugenommen. (so)