Verbot führt in Zürich zu Wildbienenhabitat statt Schottergarten
Der Kanton Zürich will keine neuen Schottergärten. In der Stadt Zürich hat dies dazu geführt, dass statt einer Steinwüste ein Wildbienenhabitat entstand. Auch Uster vermeldet mehr biologische wertvolle Flächen bei Neubauten.
Sie sind unansehnlich und unökologisch, wenn auch praktisch für Hausbesitzer: Steingärten. Der Kanton Zürich folgte 2024 dem Beispiel des Kantons Solothurn und schrieb ein Verbot von Schottergärten ins Gesetz. Dieses gilt seit dem 1. Dezember 2024. Für die Umsetzung sind die Gemeinden verantwortlich.
Obwohl «Verbot» relativ ist, wie Vertreter angefragter Städte zu Protokoll geben. Es gelte offiziell die «Pflicht zur Schaffung von ökologisch wertvollen Grünflächen und der Reduktion der Versiegelung auf den Grundstücken», heisst es in Uster. Bestehende Steinwüsten haben zudem eine Bestandesgarantie.
Die Gestaltung von Gärten ist mit den neuen Vorschriften so zu planen, dass ökologisch wertvolle Strukturen und Lebensraum für Kleintiere und Insekten entstehen beziehungsweise erhalten bleiben und möglichst viele sickerfähige Flächen zur Verfügung stehen. Das können Steingärten nicht bieten.
Bewilligung nötig
Wer einen neuen Schottergärten möchte, braucht eine Bewilligung. Eine solche zu erhalten, sei aber aufgrund der Vorschriften «eher unwahrscheinlich», schreibt die Stadt Uster. Speziell kontrolliert würden die neuen Gärten allerdings nicht. Auf bewilligungspflichtige Änderungen würde im Rahmen der allgemeinen Baukontrolle geachtet, heisst es in Winterthur. Die neuen Vorschriften seien ein Bestandteil der zahlreichen Auflagen, die im Rahmen einer Baubewilligung vorgeschrieben werden.
Statt Schottergärten reichten Bauherren neu etwa sogenannte Ruderalflächen zur Bewilligung ein. Dabei handele es sich um naturnah gestaltete Flächen – offene Böden auf steinigem bis sandigem oder lehmigem Untergrund – die oft von Trockenheit und mageren Böden geprägt seien, schreibt die Stadt Uster. «Ruderalstandorte zeichnen sich durch einen hohen biologischen Wert und eine hohe Biodiversität aus.»