Präventionswoche «Sucht hat viele Facetten»
Die Anlässe sollen aufzeigen, wie viele Facetten eine Sucht haben kann und wie man diesen begegnet.
Die Digitalisierung hat unseren Alltag grundlegend verändert. In der Familie, im Freundeskreis, in der Schule und auch in vielen Berufen nehmen digitale Aktivitäten inzwischen einen Grossteil der Zeit in Anspruch. Die digitale Transformation erleichtert vieles und macht das Leben einfacher. Aber es sind auch Herausforderungen damit verbunden. So ist das Suchtpotential von digitalen Medien enorm. Mit psychologischen Tricks bringen digitale Medien ihre Nutzenden dazu, dass sie doch noch etwas länger auf einer Plattform bleiben und sich beispielsweise nochmals ein Video anschauen. Es stellt sich die Frage, welche Kompetenzen sich Kinder, Jugendliche und Erwachsene aneignen sollten, damit sie eine gesunde Balance bei der Nutzung von digitalen Medien erreichen können. Wissensvermittlung, Aufklärung, Sensibilisierung und Früherkennung sind wichtige Präventionsmassnahmen. Das gilt exemplarisch für den Umgang mit digitalen Medien, aber auch für die ganze Breite von Suchtmitteln.
Spannende Veranstaltungen
Die interdisziplinäre Suchtpräventionsgruppe der Gemeinde Davos setzt sich seit 2003 aktiv für die Prävention ein und baut entsprechende Angebote auf. Ende Oktober organisiert sie bereits zum zweiten Mal eine Suchtpräventionswoche mit spannenden Veranstaltungen. Die Anlässe reichen von Weiterbildungen für Lehrpersonen über Fachvorträge und Podiumsdiskussionen bis zu Theaterperformances und Kinoabenden. Wer will kann sogar an einem persönlichen Experiment teilnehmen und zusammen mit Gleichgesinnten eine Woche lang «Handyfasten». Bis auf den Kinoabend sind alle Veranstaltungen kostenlos.
Tatkräftiges Team
Das Organisationskomitee setzt sich zusammen aus Profis aus unterschiedlichen Bereichen. Das reicht von der Schule über die Jugendarbeit bis zur Suchtberatung und dem Hockeyclub Davos. Natascia Lentini kennt als Sozialarbeiterin und Leiterin der Suchtberatungsstelle der Gemeinde Davos die grosse Bedeutung der Sensibilisierung und weiss wie zentral eine frühe Information für Kinder und Jugendliche ist. Auch Arlette Nouadjeu beschäftigt sich als Leiterin der offenen Jugendarbeit mit den Bedürfnissen der Jugendlichen und möchte ihnen Räume bieten, in denen sie sich wohlfühlen und stets ein offenes Ohr für ihre Anliegen finden. Udo Schulz arbeitet seit 17 Jahren als Schulsozialarbeiter in der Davoser Volksschule. Insbesondere in Bezug auf digitale Medien ortet er grossen Informations- und Sensibilisierungsbedarf bei Eltern und Jugendlichen. Gundolf Bauer sieht als Präventionsverantwortlicher der Schweizerischen Alpinen Mittelschule die Erwachsenen in der Verantwortung, den persönlichen wie auch gesamt-gesellschaftlichen Umgang mit Suchtmitteln zu hinterfragen. René Müller und Tina E. L. Dyck vom Hockeyclub Davos beobachten die steigenden Anforderungen, mit denen Jugendliche konfrontiert sind. Beim HCD möchten sie darum den Jugendlichen gezielte Hilfestellungen bieten und sie mit mentalen Trainingseinheiten stärken.