Vancouver als Ort, an welchem die WM gelebt wird
Nach einem Monat Aufenthalt in San Diego und damit fernab des WM-Trubels logiert die Schweizer Nati nun in Vancouver. Eine kanadische Stadt, in welcher deutlich mehr WM-Fieber zu verspüren ist.
Vom Hafen in Vancouver aus erinnern die schneebedeckten Gipfel der Pacific Ranges den Besucher aus der Schweiz an ein vertrautes Panorama. Die Effizienz des öffentlichen Verkehrsnetzes ähnelt ebenfalls derjenigen in der Schweiz. Im Gegensatz dazu stehen jedoch in Vancouver die Nadelbäume neben Wäldern aus Wolkenkratzern, von Metrotown bis Downtown, wo die Auswahl von Murat Yakin ihr Quartier bezogen hat.
In der Metropole von British Columbia sicherte sich die Nati durch einen Sieg gegen Kanada den ersten Platz in ihrer Gruppe. Dieser Erfolg ermöglichte es der Schweiz, die Co-Gastgeber zu verdrängen, die gezwungen waren, in die USA auszuweichen – zuerst nach Los Angeles, dann nach Houston, wo sie am Sonntag gegen Marokko ausschieden. Die Schweiz ging den umgekehrten Weg und tauschte die Klapperschlangen von San Diego gegen die Weisskopfseeadler von Vancouver.
Eine echte WM-Stimmung
Es ist eine gänzlich andere Fauna, der Granit Xhaka und seine Teamkollegen nun begegnen, wenn sie ihr Hotel verlassen: echte Fussballfans. In San Diego, weit weg vom Zentrum und in einer Stadt, in der kein einziges WM-Spiel stattfand, liefen die Schweizer kaum Gefahr, erkannt zu werden. In Vancouver ist das ganz anders.
Die kanadische Stadt macht ihrem Status als Austragungsort alle Ehre. Die Lage des BC Place – Schauplatz von sieben Turnierspielen – mitten im Stadtzentrum trägt im Gegensatz zu den meisten US-Stadien massgeblich dazu bei. Es genügt, ein paar Minuten zu flanieren, um Einheimische oder Touristen im Trikot irgendeines qualifizierten Landes zu treffen: oft sind es kanadische, manchmal japanische, kolumbianische, marokkanische und sogar kapverdische.
Alle scheinen das WM-Spiel mitzuspielen. An den Wänden von Bars und Restaurants spannen sich Flaggen-Girlanden zwischen Fernsehern, die von morgens bis abends die Partien übertragen. Sowohl eingefleischte als auch Gelegenheitsfans überqueren in Scharen die Granville Street, eine breite Strasse, welche die Stadt eigens für die Weltmeisterschaft zur Fussgängerzone umgewandelt hat.