USA und Israel verstärken Angriffe auf Iran – Ölpreis steigt
Ungeachtet stark gestiegener Ölpreise intensivieren die USA und Israel ihre Angriffe auf den Iran. «Heute Nacht wird unser schwerstes Bombardement stattfinden», sagte US-Finanzminister Scott Bessent dem Sender Fox Business mit Blick auf die Nacht zum Samstag. Auch Israels Luftwaffe flog Armeeangaben zufolge eine weitere «breite Welle» Angriffe in Teheran. Für Aufmerksamkeit sorgten zudem von der US-Regierung nicht bestrittene Berichte, wonach Russland dem Iran Informationen über amerikanische Truppen und mögliche Ziele im Nahen Osten liefert.
Irans staatliche Medien verbreiteten nach den jüngsten Angriffen Aufnahmen von enormen Bränden am Flughafen Mehrabad in der Hauptstadt. Im Gegenzug griff der Iran Israel erneut mit Raketen an. Diese wurden abgefangen. Zudem versuchte der Iran mit Drohnen ein Ölfeld in Saudi-Arabien zu attackieren. Es seien sechs in Richtung des riesigen Ölfelds Schaiba gestartete Drohnen abgefangen und zerstört worden, teilte das Verteidigungsministerium in Riad mit.
Lager der Ölproduzenten am Persischen Golf füllen sich rasch
Derzeit passieren aus Sorge vor Angriffen des Irans kaum noch Schiffe die für Öl- und Gastransporte wichtige Strasse von Hormus. Der Iran wies jedoch Berichte über eine vollständige Sperrung zurück. Man lasse alle Schiffe passieren – mit Ausnahme von US- und israelischen Schiffen. «Die haben da nichts zu suchen», sagte Armeesprecher Abolfasl Schekartschi im Fernsehen.
Nach Informationen der US-Zeitung «Wall Street Journal» füllen sich die grossen Öllagerstätten in Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten inzwischen so schnell, dass die beiden Länder in weniger als drei Wochen ihre Kapazitätsgrenzen erreichen dürften. Kuwait habe derweil wegen fehlender Lagerkapazitäten bereits begonnen, seine Ölproduktion zu drosseln. Sollte die Produktion deutlich sinken, dürften die Ölpreise weiter steigen.
Bessent: Könnten Sanktionen auf russisches Öl lockern
Die Ölpreise ziehen wegen der Versorgungsprobleme an. Am Freitagnachmittag wurde Rohöl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Mai erstmals seit April 2024 über 90 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gehandelt. Vor dem Krieg lag der Preis im Februar noch um die 70 US-Dollar.