USA und Iran einigen sich auf eine Waffenruhe
Der Iran und die USA haben sich kurz vor Ablauf eines Ultimatums von US-Präsident Donald Trump auf eine zweiwöchige Waffenruhe und die Öffnung der Strasse von Hormus geeinigt.
Der pakistanische Premier Shehbaz Sharif habe ihn gebeten, von seinen angedrohten Angriffen auf Irans Kraftwerke abzusehen, schrieb Trump auf der Plattform Truth Social. Man habe einen Zehn-Punkte-Vorschlag aus dem Iran erhalten und glaube, dass er eine «praktikable Grundlage für Verhandlungen bietet.» Irans Aussenminister Abbas Araghtschi schrieb in einer Erklärung, der Schiffsverkehr in der für den weltweiten Ölhandel wichtigen Meerenge werde wieder ermöglicht.
Ölpreise geben deutlich nach
Die Ölpreise gaben in Reaktion auf die Einigung deutlich nach, in Asien zogen die Börsenkurse kräftig an. Trump hatte gedroht, den iranischen Energiesektor sowie Infrastruktur wie Brücken anzugreifen, sollte es nicht bis heute um 2.00 Uhr deutscher Zeit zu einer Einigung und der Öffnung der Strasse von Hormus kommen. «Eine ganze Zivilisation wird heute Nacht untergehen, um nie wieder zurückzukehren», hatte der US-Präsident sogar gewarnt. Rund 90 Minuten vor Ablauf seines Ultimatums kündigte er dann die zweiwöchige Waffenruhe an.
In der iranischen Hauptstadt Teheran strömten zahlreiche Menschen in der Nacht auf die Strassen. Am Revolutionsplatz im Stadtzentrum versammelten sich jubelnde Regierungsanhänger, wie der iranische Sender SNN TV berichtete. Trump habe sich den iranischen Forderungen gebeugt, sagte der Reporter des Senders, der den paramilitärischen Basidsch-Milizen nahesteht.
Die Vereinten Nationen forderten die Kriegsparteien zur Einhaltung der Feuerpause auf. Dies sei nötig, «um den Weg für einen dauerhaften und umfassenden Frieden in der Region zu ebnen», teilte der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres mit. Einige Spitzenpolitiker in den USA reagierten verhalten. «Eine Waffenruhe ist eine gute Nachricht – allerdings nur, weil dieser sinnlose Krieg so schnell wie möglich beendet werden sollte», schrieb etwa der demokratische Senator Richard Blumenthal auf X. «Eine Waffenruhe ist für das amerikanische Volk kein Sieg», fügte er hinzu.