USA, Israel und Kurden: Kommt eine Bodenoffensive im Iran?
«Freiheit für das Volk» – das versprach US-Präsident Donald Trump wenige Stunden nach Beginn des Angriffs auf den Iran. Doch allein mit Luftangriffen dürfte es schwierig bis unmöglich sein, das Machtsystem der Führung in Teheran zu stürzen.
Rund eine Woche nach Kriegsbeginn gibt es nun – teils widersprüchliche – Hinweise, dass es auch eine Bodenoffensive geben könnte. Diese soll womöglich von kurdischen Kämpfern aus dem benachbarten Irak angeführt werden, unterstützt von den Kriegsparteien USA und Israel. Die wichtigsten Fragen:
Wer könnte Kämpfer schicken für eine Bodenoffensive im Iran?
Der Fokus richtet sich seit einigen Tagen auf die Kurden – eine ethnische Gruppe mit schätzungsweise 30 Millionen Mitgliedern, die vor allem im Irak, im Iran sowie in Syrien und der Türkei leben. Viele iranische Kurden leben wegen der systematischen Verfolgung in ihrer Heimat im benachbarten Irak, wo die Gruppe in einer autonomen Region um Erbil mehr Rechte geniesst. Einige sehen jetzt die Chance, Irans Regierung zu stürzen und in einer möglichen neuen Regierung auch dort mehr Schutz und Freiheiten zu erlangen.
US-Präsident Donald Trump telefonierte in vergangenen Tagen bereits mit mehreren Kurdenführern. Einigen Berichten zufolge soll der US-Geheimdienst CIA schon vor Monaten damit begonnen haben, kurdische Gruppen in der Region mit Waffen auszustatten. Offiziell weist das Weisse Haus diese Berichte als falsch zurück.
Würden die Kurden für solche Pläne bereitstehen?
Für die iranischen Kurden im Irak birgt ein bewaffneter Marsch über die Grenze enorme Risiken. «Sie werden hingerichtet, falls (der Plan) scheitert», sagt der kurdische Analyst Mutlu Civiroglu der «Jerusalem Post». Um wie viele iranische Kurden es dabei überhaupt gehen könnte, blieb zunächst unklar.
Zudem distanzieren sich die irakischen Kurden von den Plänen. Sie haben sich ihre autonome Region nach härtester Unterdrückung – während der Diktatur des einstigen Machthabers Saddam Hussein wurden im Irak Zehntausende Kurden systematisch getötet – mühsam aufgebaut. Es würden Konflikte drohen zwischen Befürwortern einer Invasion und irakischen Kurdenführern, die neutral bleiben und ihre Errungenschaften nicht gefährden wollen. Und selbst ohne die Frage einer Bodenoffensive gibt es innerhalb der kurdischen Gruppen bereits Spaltungen, Rivalitäten und Machtkämpfe.