US-Senator und Trump-Freund Graham ist tot
Der langjährige republikanische Senator und Trump-Verbündete Lindsey Graham ist tot. Er sei am Samstagabend an den Folgen einer Gefässerkrankung gestorben, teilte sein Büro unter Verweis auf eine vorläufige Untersuchung mit. Graham hatte am Donnerstag seinen 71. Geburtstag gefeiert.
Wie überraschend sein Tod kam, macht nicht zuletzt sein voller Terminkalender deutlich. Gerade schüttelte er noch dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Kiew die Hand, für Sonntag war ein Interview im US-Fernsehen geplant. Bei den wichtigen Zwischenwahlen im November wollte er für eine fünfte Amtszeit im Senat antreten. US-Präsident Donald Trump hatte ihm dafür seine «uneingeschränkte und volle Unterstützung» ausgesprochen.
Trump: «einer der grossartigsten Menschen»
«Senator Lindsey Graham, einer der grossartigsten Menschen und Senatoren, die ich je gekannt habe, ist gestorben!», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, kurz nachdem sich die Nachricht in der US-Nacht verbreitet hatte. «Er war immer am Arbeiten und war ein wahrer amerikanischer Patriot. Lindsey wird uns sehr fehlen!!!» Zu Ehren des verstorbenen Senators sollen die US-Flaggen Trump zufolge bis Samstag auf halbmast gesetzt werden.
Auch Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich betroffen. Graham sei ein echter Freund und Partner Deutschlands im transatlantischen Bündnis gewesen, schrieb der CDU-Politiker in Englisch auf X. «I will miss him.» («Ich werde ihn vermissen»), fügte Merz hinzu.
Graham vertrat den US-Bundesstaat South Carolina ab Mitte der 90er Jahre zunächst im Repräsentantenhaus. 2003 begann seine erste Amtszeit als Senator. Er galt als erfahrener Aussenpolitiker und beschäftigte sich bis zuletzt mit den grossen Konfliktherden. Vor wenigen Tagen konnte er der Ukraine die Botschaft überbringen, dass das Weisse Haus ein neues Sanktionsgesetz unterstütze. Im Iran sprach er sich für einen Machtwechsel aus. Merz lobte Graham in dem Zusammenhang bei der Münchner Sicherheitskonferenz, «weil er gesagt hat, dass dieses Regime verschwinden muss».