Unterricht in halben Klassen und mit Lehrern auf Distanz
Ab dem 11. Mai soll die Volksschule zurück zur Normalität finden. Das hat der Bundesrat am Mittwoch kommuniziert. Das St. Galler Bildungsdepartement gab gestern weitere Details dazu bekannt. Nach rund zwei Monaten Fernunterricht rollt der Präsenzunterricht wieder an. In den ersten vier Wochen vorerst in Halbklassen. Wie das genau organisiert werde, sei den einzelnen Schulgemeinden überlassen, sagte Alexander Kummer, Leiter des Amts für Volksschule, vor den Medien. Der Kanton empfiehlt, die halbe Klasse morgens, die andere Hälfte nachmittags zu unterrichten. In den vier Wochen vor den Sommerferien ist dann der Unterricht im normalen Rahmen vorgesehen.
Wie gross ist die Schere?
Der Start in Halbklassen soll den Lehrkräften helfen, die anstehenden Herausforderungen zu meistern. Zum einen sei nach zwei Monaten Fernunterricht eine Bestandesaufnahme nötig, wo die Schüler stehen, um alle wieder auf ein ähnliches Niveau zu bringen. Befürchtet wird von Schulleitern, dass die Schere zwischen starken und schwachen Schülern sich durch unterschiedliche Betreuung zuhause geöffnet haben könnte.
Zum anderen haben die Lehrpersonen auch die Aufgabe, die Verhaltensregeln des Bundesamts für Gesundheit (BAG) umzusetzen und mit den Schülern einzuüben. «Auch das ist in Halbklassen einfacher», sagte Amtsleiter Kummer.
Grundsätzlich gelte, dass die Lehrpersonen unter sich und auch zu den Schülern zwei Meter Distanz einhalten sollen. Gemäss Kummer bedeutet dies eine Einschränkung der zur Verfügung stehenden Unterrichtsmethoden. Für die Schüler gilt innerhalb des Schulzimmers kein Distanzgebot. Auf dem Schulweg sollen laut Kummer die Schüler jedoch nach Möglichkeit die Distanzvorgaben einhalten. «Von Oberstufenschülern kann man das verlangen, bei Kindergärtnern und Primarschülern ist das natürlich schwierig», sagte Kummer.
Nicht vorgesehen ist gemäss den Empfehlungen des Bundes das Tragen von Schutzmasken im Schulhaus. Das sei «in diesem Setting keine sinnvolle Massnahme», heisst es im Schutzkonzept des Bundesamts für Gesundheit (BAG). Das Einhalten von Hygiene- und Abstandsregeln sei effizienter. «Wir werden den Schulen jedoch für spezielle Situationen eine kleine Zahl an Schutzmasken zur Verfügung stellen», erklärte Bildungsdirektor Stefan Kölliker (SVP) gestern.