Unklare Lage bei Verhandlungen um Iran-Konflikt
Im Ringen um ein Ende des Iran-Kriegs zeichnen sich schwierige diplomatische Gespräche in Pakistan ab. Das Weisse Haus kündigte eine Reise der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner zu Verhandlungen nach Islamabad an. Der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi traf bereits am Freitag in der pakistanischen Hauptstadt ein. Die den Revolutionsgarden, der iranischen Elitestreitmacht, nahestehende Nachrichtenagentur Tasnim wies Berichte über Verhandlungen jedoch umgehend zurück.
Auch eine angebliche Bitte des Irans um ein persönliches Treffen, von der US-Regierungssprecherin Karoline Leavitt sprach, bezeichnete Tasnim als falsch. Unklar bleibt damit, ob die Konfliktparteien direkt verhandeln oder lediglich Botschaften über pakistanische Vermittler austauschen.
Unterschiedliche Signale aus Teheran
Aussenminister Araghtschi betonte auf der Plattform X, er wolle sich lediglich mit den pakistanischen Partnern abstimmen. Aus pakistanischen Sicherheitskreisen verlautete, der iranische Chefdiplomat plane, einen Gegenvorschlag für die Verhandlungen mit den USA zu erörtern. Laut Tasnim will der Aussenminister die Standpunkte des Irans für ein Kriegsende darlegen.
Experten argwöhnen jedoch, dass der Minister gar nicht den nötigen Handlungsspielraum habe. Es wird vermutet, dass die einflussreichen Revolutionsgarden die Verhandlungslinie in Teheran massgeblich bestimmen. Sie haben nach Einschätzung vieler Iran-Kenner derzeit das Sagen in Teheran.
Blockierte Seewege und Atomstreit
Zentrale Streitpunkte im laufenden Konflikt bleiben das iranische Atomprogramm und die Sperrung der Strasse von Hormus.
* Atomprogramm: Die USA fordern eine Garantie, dass der Iran keine Atomwaffen entwickelt. Teheran hält jedoch an der Urananreicherung fest. Kritisch bewertet der Westen insbesondere die Bestände von rund 440 Kilogramm Uran, das auf 60 Prozent angereichert wurde und bei Weiterverarbeitung für den Bau mehrerer Atomwaffen dienen könnte.