Universität St. Gallen erteilt umstrittenem Titularprofessor Rüge
Ein inzwischen ehemaliger Titularprofessor an der Universität St. Gallen hat «eine schwere Rüge» wegen mehrfachen Verstosses gegen die wissenschaftliche Integrität erhalten. Es geht um seine Habilitationsschrift. Damit sind Abklärungen abgeschlossen, die die HSG seit 2022 beschäftigten.
Nach einem aufwändigen und mehrstufigen Verfahren habe Rektor Manuel Ammann den Titularprofessor über die Resultate in Kenntnis gesetzt und eine schwere Rüge ausgesprochen, teilte die Universität St. Gallen am Mittwochvormittag auf ihrer Homepage mit.
Festgestellt wurde «ein schweres wissenschaftliches Fehlverhalten». Die HSG verweist in ihrer Mitteilung auf eine entsprechende Richtlinie. Dort heisst es unter Artikel 11, ein wissenschaftliches Fehlverhalten liege dann vor, «wenn vorsätzlich oder fahrlässig gegen die wissenschaftliche Integrität verstossen wird».
Längere Vorgeschichte
Zu diesem Entscheid gibt es eine längere Vorgeschichte. 2022 waren von Studierenden Plagiatsvorwürfe gegen einen Titularprofessor des Instituts für Supply Chain Management (ISCM) geäussert worden.
Nach verschiedenen Medienberichten reagierte die Universität. Im Dezember 2022 wurde eine Untersuchungskommission mit den Abklärungen der Vorwürfe beauftragt, die sich unter anderem auf zwei Gutachten abstützte.
Das Ergebnis: Es liege «eine wesentliche Verletzung der Regeln der wissenschaftlichen Integrität» vor. Der Professor habe mehrfach Textteile studentischer Arbeiten für Eigenpublikationen ohne entsprechende Quellenverweise verwendet. Damit hätten sich die Plagiatsvorwürfe aus Sicht der Universität in mehreren Fällen bestätigt.
In einem zweiten Schritt wurde danach auch noch die Habilitationsschrift des Titularprofessors untersucht. Diese Abklärungen sind nun ebenfalls beendet.
Habilitationsschrift untersucht