Unicredit legt Übernahmeangebot für Commerzbank vor
Die italienische Grossbank Unicredit will die Commerzbank kaufen. Sie legt den Aktionären der zweitgrössten deutschen Privatbank ein offizielles Übernahmeangebot zum Erwerb aller Aktien der Commerzbank vor, wie die Unicredit am Montag mitteilte.
Unicredit ist bereits grösster Anteilseigner bei der Commerzbank. Damit geht die Unicredit auf Konfrontationskurs mit dem Commerzbank-Management, den Arbeitnehmervertretern und der Bundesregierung, die eine Übernahme ablehnen.
Das Angebot ziele darauf ab, die im deutschen Übernahmerecht vorgesehene 30-Prozent-Schwelle zu überwinden und «in den kommenden Wochen einen konstruktiven Dialog mit der Commerzbank und ihren Stakeholdern zu fördern», hiess es weiter. Es werde erwartet, dass Unicredit eine Beteiligung an der Commerzbank von mehr als 30 Prozent erreichen werde, «ohne die Kontrolle zu erlangen».
Offizielles Angebot Anfang Mai
Das Umtauschverhältnis des Angebots werde in den kommenden Tagen festgelegt. Es werde erwartet, dass demnach die Eigner des Frankfurter Geldhauses 0,485 neue Unicredit-Papiere für jede Commerzbank-Aktie erhalten, was einem Preis von 30,80 Euro pro Aktie oder einem Aufschlag von 4 Prozent zum Schlusskurs am 13. März entspreche.
Offiziell soll das Angebot Anfang Mai vorgelegt werden mit einer Angebotsfrist von vier Wochen. Für Mai soll dann eine ausserordentliche Hauptversammlung einberufen werden, um die Zustimmung der Aktionäre einzuholen.
Die Unicredit, die im deutschen Markt mit der Hypovereinsbank (HVB) bereits ein Standbein hat, wirbt seit Monaten für eine Übernahme der Commerzbank. Konzernchef Andrea Orcel sieht Chancen in einem kombinierten Geschäft mit Privat- und Mittelstandskunden und argumentierte immer wieder, Europa brauche im Wettlauf mit den starken US-Geldhäusern grössere Banken
Einstieg auf Umwegen
Die Mailänder Grossbank hatte im September 2024 den Teilausstieg des Bundes genutzt, um im grossen Stil bei der Commerzbank einzusteigen. Die Unicredit baute ihre Beteiligung nach und nach aus und löste den deutschen Staat als grössten Commerzbank-Aktionär ab.