Ungebetene Gäste, Gewalt und finanzielle Sorgen
Die Fussball-WM in den USA, Mexiko und Kanada wirft ihre Schatten voraus. 86 Tage vor dem Eröffnungsspiel bestehen noch einige Baustellen – vom Iran über Steuern bis zum TV-Werbeverbot in der Nacht.
Die unsichere Weltlage beeinflusst auch das Sportgeschehen der kommenden Monate. Selbst die Fussball-WM, die erst in knapp drei Monaten beginnt und weit entfernt vom Brennpunkt im Nahen Osten stattfindet, ist davon betroffen. Die meisten Baustellen sind allerdings hausgemacht. Eine Übersicht:
IRAN. Sportlich den grössten Einfluss auf das Turner hat, ob der Iran, der sich mit den USA im Krieg befindet, an der WM teilnimmt. Die Signale sind widersprüchlich. US-Präsident Donald Trump erklärte, der Iran sei «willkommen, am Turnier teilzunehmen», aber auch, dass es «unangebracht, für ihr eigenes Leben und ihre Sicherheit, wäre, wenn er in den USA dabei wäre». Die drei Spiele des Iran in der Gruppe G gegen Neuseeland, Belgien und Ägypten sind in Los Angeles und Seattle geplant, die Teambasis in Tucson, Arizona. Sollte der Iran nicht teilnehmen, stellt sich die Frage seines Ersatzes. Dies könnte der Irak sein, der als letztes asiatisches Team die direkte Qualifikation verpasste, aber in zwei Wochen im interkontinentalen Playoff spielt. Das letzte Team, das gegen den Irak ausschied, waren die Vereinigten Arabischen Emirate.
IMMIGRATIONSPOLITIK. Manche Nationalteams dürften ohne Fans aus der Heimat antreten müssen. Gegen die Bürger diverser Länder, darunter die WM-Teilnehmer Iran, Haiti, Elfenbeinküste und Senegal, gelten Einreisesperren. Die Teammitglieder wird dies nicht betreffen, andere Reisende aber schon. Auch die Reisen anderer Staatsangehöriger in die USA sind wegen möglicher Probleme an der Grenze zum Teil deutlich zurückgegangen.
GEWALT IN MEXIKO. Am 22. Februar töteten mexikanische Soldaten den Drogenboss Nemesio Cervantes (El Mencho). Das Jalisco-Kartell revanchierte sich mit einer Welle der Gewalt. In der Hauptstadt des Bundesstaats Jalisco, Guadalajara, sind vier WM-Spiele geplant, und Ende März auch Partien des interkontinentalen Playoffs. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum erklärte, dass 100'000 Sicherheitsleute für das Wohlergehen der erwarteten Besucher sorgen sollen.