Unfall nach Tod – nicht umgekehrt
Am vergangenen Sonntag ist am White Turf in St. Moritz ein Pferd gestürzt. Das Tier ist noch vor Ort gestorben. Nun hat sich herausgestellt, dass das Pferd zusammengebrochen ist und es danach zu einem Unfall kam – und nicht umgekehrt, wie Annina Widmer, Tierärztin und Leiterin des Rennbetriebs beim White Turf, gegenüber Radio Südostschweiz erklärt: «Der Vorfall hatte nichts mit der Bahn und deren Zustand zu tun. Der Reiter des Pferdes hat bemerkt, dass mit dem Tier etwas nicht stimmt. Kurz darauf ist es zu Boden gegangen». Widmer vermutet einen Herzstillstand als Todesursache. Sie geht nicht davon aus, dass die Höhenlage von St. Moritz einen Einfluss hatte: «Studien auf bis zu 3000 Metern über Meer haben gezeigt, dass Pferde mit der Höhe gut umgehen können.»
Untersuchung in Zürich
Um abzuklären, was zum Tod des Pferdes geführt hat, ist das Tier nun nach Zürich gebracht worden. Zudem hat man Dopingproben genommen. Für die Betreuung der Pferde sind am White Turf drei Tierärzte vor Ort. Beim Pferdesport gebe es jedoch, wie in jeder Sportart, viele Faktoren, die nicht zu vermeiden seien und zu Unfällen führen könnten, so Widmer.
Ein Vorfall, der nahegeht
Ein solcher Vorfall sei dramatisch und traurig, erklärt die Tierärztin. Nicht nur für den Besitzer des Pferdes, sondern auch für das Personal, das es betreut. «Die Tiere wachsen einem natürlich ans Herz, und es ist sehr traurig, wenn so etwas passiert.» Entsprechend hätten die nachfolgenden Starter auch davon abgesehen, das Rennen in Angriff zu nehmen. «Aus Respekt vor dem Tier», wie Widmer hervorhebt. (dje/det)