Umweltbewusst?
Im Frühling können sich der Davoser und seine Gäste jedes Jahr wieder aufs Neue an der braun-schwarzen Schneemasse erfreuen, welche im halbleeren Davosersee und am Albertibach über den Winter abgelagert wurde.
Wir sollten uns meiner Meinung nach fragen, ob das zu unserem Ortsbild passt. Davos hat den Anspruch, eine umweltfreundliche Alpenstadt mit dem Label «Energiestadt» zu sein.
Obwohl der Kanton der Gemeinde mit teils fragwürdigen Messmethoden versichert, dass die Wasserqualität nicht darunter leidet, kann sich ja jeder selbst davon überzeugen, wie «sauber» dieser Altschnee ist, und wie gut das wohl für die Lebewesen im und ums Wasser ist.
Eventuell ist das auch ein Grund, weshalb gemäss Fischereistatistik im Davosersee im Vergleich zu ähnlichen Gewässern, trotz regelmässigem Fischbesatz, weniger Fische gefangen werden. Aufgrund von Ressourcenmangel (Äschenproblematik Engadin hat Priorität) wird vom Kanton keine genauere Untersuchung finanziert respektive angestrebt, und somit bleibt dieser sehr unbefriedigende – um nicht zu sagen unhaltbare – Zustand bestehen.
Es kann doch nicht sein, dass an Autobahnen Absetzbecken für Mikroplastik (Reifenabrieb) erstellt werden, und wir werfen den mit demselben Mikroplastik kontaminierten Schnee in den Davosersee. Auch die Verdünnung durch die grosse Wassermenge kann nicht als Argument genannt werden, denn der Dreck sammelt sich über die Jahre im Seebecken an und kann nicht weggespült werden, da ein natürlicher Auslauf fehlt. Diese ganzen Belastungen verschlimmern die schon schlechte Situation für unsere einheimischen Forellen im Davosersee. Als Uferlaicher wird jedes Jahr der gesamte Nachwuchs durch das Ablassen des Sees zerstört. Beim Albertibach gelangen die Verunreinigungen ins Landwasser, was auch nicht besser ist, so nach dem Motto «aus den Augen, aus dem Sinn».