Ukraine-Krieg: Weitere Angriffe vor angekündigter Waffenruhe
Vor einer von Moskau und Kiew mit unterschiedlichem Beginn angekündigten Waffenruhe gehen die Attacken im Ukraine-Krieg weiter.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj warf Moskau diesbezüglich Zynismus vor. Es sei absolut zynisch, um eine Waffenruhe für Propagandafeierlichkeiten zu bitten, und in den Tagen davor solche Drohnen- und Raketenangriffe zu verüben, schrieb er in sozialen Medien. Russland könne jederzeit den Beschuss stoppen und das würde den Krieg und ukrainische Gegenangriffe beenden.
Tote und Verletzte in der Ukraine nach russischen Angriffen
Auslöser der Kritik Selenskyjs waren schwere russische Angriffe auf die ukrainische Region Poltawa. Vier Menschen wurden Gouverneur Witali Djakiwnytsch zufolge bei einem Angriff im Umland der Grossstadt Poltawa in der Zentralukraine getötet. Verletzt wurden seinen Angaben nach weitere 37 Personen. Moskaus Militär habe Raketen und Drohnen eingesetzt. Russland attackierte den Einschlagsort ein zweites Mal, wie der ukrainische Zivilschutz mitteilte. Bei zwei der Getöteten und mehr als 20 Verletzten handelt es sich demnach um Einsatzkräfte.
Auch im Gebiet Charkiw kam nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft ein Mensch bei einem Angriff auf ein Industrieunternehmen im Kreis Isjum ums Leben, zwei seien verletzt worden. In den Gebieten Tschernihiw und um die Hauptstadt Kiew meldeten Behörden ebenfalls Verletzte.
Beide Seiten verkünden Waffenruhe – mit unterschiedlichem Beginn
Das russische Verteidigungsministerium hatte am Abend eine Waffenruhe für Freitag und Samstag angekündigt. Russland feiert traditionell am 9. Mai den Sieg der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg über Nazi-Deutschland unter anderem mit einer Militärparade auf dem Roten Platz.
Die Ukraine reagierte wenige Stunden später überraschend mit einem eigenen Vorstoss. «Wir verkünden eine Waffenruhe, beginnend ab 0.00 Uhr (23.00 Uhr MESZ) in der Nacht vom 5. auf den 6. Mai», teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj mit. Sollte sich die russische Seite aber nicht daran halten, werde Kiew spiegelbildlich reagieren. Einen Zeitpunkt für das Ende der Waffenruhe nannte er dabei nicht.