Ukraine-Krieg: Tausende Verstösse bei Osterwaffenruhe beklagt
Die Ukraine und Russland haben sich bei ihrer vereinbarten Waffenruhe zum orthodoxen Osterfest gegenseitig Tausende Verstösse vorgeworfen. Allerdings gab es anders als sonst nach Angaben des Generalstabs in Kiew keine Angriffe mit russischen Raketen und Gleitbomben und damit insgesamt auch weniger Opfer und Zerstörung als an üblichen Tagen des Moskauer Angriffskrieges. Russland wiederum verzeichnete ebenfalls keine ukrainischen Angriffe auf die für die Kriegswirtschaft wichtige Ölindustrie.
Kremlchef Wladimir Putin hatte verfügt, dass für 32 Stunden die Waffen bis Mitternacht (23.00 Uhr MESZ) am Sonntag schweigen sollen, damit die Menschen in Russland und in der Ukraine in Ruhe Ostern feiern können. Die orthodoxen Christen feiern in diesem Jahr eine Woche nach den westlichen Kirchen Ostern.
Einen echten Osterfrieden gab es zwar nicht. Allerdings tauschten die Kriegsparteien kurz vor Beginn der Feierlichkeiten Hunderte Gefangene aus – jeweils 175 Militärangehörige und 7 Zivilisten. Beide Seiten kündigten an, dass die immer wieder vollzogenen Austausche fortgesetzt werden sollen.
Gespannte Lage an der Front
Die Lage an der Front blieb indes gespannt. Die Kriegsparteien hatten bereits im vorher ihr Misstrauen gegenüber der geplanten Waffenruhe bekundet, weil es schon bei vorübergehenden Feuerpausen in der Vergangenheit immer wieder Verstösse gab. Deshalb drohten beide Seiten wiederholt, auf Angriffe des Gegners zu reagieren.
Der ukrainische Generalstab registrierte 2.299 Verletzungen der seit Samstag geltenden Waffenruhe. Konkret gab es demnach unter anderem 479 Fälle von Beschuss und rund 1.800 Angriffe mit kleineren Drohnen. «Schläge mit Raketen, Gleitbomben und Drohnen vom Typ Shahed gab es nicht», teilte der Generalstab weiter mit.
Verletzte im Gebiet Charkiw
Auch die ukrainischen Luftstreitkräfte bestätigten, dass es für sie eine Pause von 18 Stunden gegeben habe. Am Morgen habe es allerdings im Gebiet Sumy einen für die Flugabwehr relevanten russischen Drohnenangriff gegeben. Im Gebiet Charkiw im Osten der Ukraine meldeten die Behörden nach einem russischen Drohnenangriff während der Waffenruhe zwei Verletzte in einem Lebensmittelgeschäft.