Überbauungsplan beim «Haus zur Kante» hat im Moment keine Priorität
Die politischen Diskussionen über die Zukunft des «Haus’ zur Kante» sind derzeit stillgelegt. Der Grund: Die Stadt Chur muss erst einmal einen Quartierplan für das Gebiet beim «Haus zur Kante» ausarbeiten. Dies im Rahmen der Verfahrenskoordination, welche die Regierung von der Stadt verlangt, nachdem eine Beschwerde in Bezug auf das Verfahren bezüglich Abbruch und Verbreiterung der Masanserstrasse eingegangen war. «Wir müssen einen Überbauungsplan erstellen, obwohl wir doch jene Wiesen gar nicht bebauen, sondern als Reserve behalten wollten», erklärt der Churer Stadtpräsident Urs Marti gegenüber «suedostschweiz.ch». Die Vorschriften des ISOS’, des Bundesinventars der schützenswerten Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung, verlangen im Rahmen der Verfahrenskoordination einen solchen Quartierplan.
Fairen Mittelweg finden
«Mit dem ‹Haus zur Kante› passiert derzeit also nichts. Durch die Einsprache bei der Regierung hat es einen Stopp gegeben», sagt Marti weiter. Im Moment hätten andere Dinge als der Überbauungsplan Priorität. Doch untätig in Bezug auf alte Häuser sei man nicht, erzählt Marti weiter. «Wir planen, das alte Stadtspital und das alte Stallgebäude beim Türligarten zu sanieren und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.» Eine Art Kompensation dafür, dass die Stadt das «Haus zur Kante» gerne abreissen würde? «Nein», sagt Marti. «Wir möchten zeigen, dass wir dort, wo wir es als richtig und sinnvoll erachten, alte Häuser erhalten.» Aber alle alten Häuser immer, aus jedem Grund zu erhalten, das scheine aus Sicht der Stadt falsch zu sein. «Wir suchen einen fairen Mittelweg zwischen Stadtentwicklung und historischer Betrachtung», betont Marti.
«Falsch am Weg»
Um doch noch einmal über die Zukunft des «Haus’ zur Kante» zu sprechen: «Über eine Hausverschiebung haben wir uns auch schon Gedanken gemacht», so Marti. Was der Heimatschutz dazu meine, wisse er aber (noch) nicht. Klar sei, dass die Stadt weiterhin daran arbeite, die Bus- und Langsamverkehrslinie zu verbessern. Und bei dieser Aufgabe feststellte: «Das ‹Haus zur Kante‹ steht einfach ‹falsch am Weg›.» Es sei nicht nutzbar, eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer und eine Sanierung extrem teuer, so der Stadtpräsident. (sz)