Überalterten Gebäudepark modernisieren schont Klima und Budget
von Andreas Felix, Geschäftsführer Graubündnerischer Baumeisterverband
Auch wenn das Schweizer Stimmvolk am 13. Juni das CO2-Gesetz abgelehnt hat, behalten die Klimaziele, die einen CO2-Austoss von Netto-Null bis 2050 vorsehen, ihre Gültigkeit. Um diese zu erreichen, müsste hinsichtlich des Schweizer Gebäudeparks die aktuelle Sanierungsgeschwindigkeit verdreifacht werden. Dies wird nur möglich, wenn man die Sanierung von bestehenden Gebäuden fördert oder ihre Ersatzneubauten nicht durch raumplanerische Hindernisse oder Einsprachen behindert. Dies gilt alles auch für die Situation im Kanton Graubünden.
Materialkombinationen und Recycling
Energieeffiziente Lösungen bei der Materialwahl und ein nachhaltiger Ressourceneinsatz mittels wiederverwendbarer Baustoffe haben heute einen bemerkenswerten Stand erreicht; das gesamte Potenzial ist aber noch lange nicht ausgeschöpft. Entscheidend ist dabei, dass die Vorteile moderner Baustoffe kombiniert und nicht gegeneinander ausgespielt werden.
Holz – insbesondere solches aus einheimischem Wald – hat als nachwachsender Rohstoff grosse Vorteile. Es wird schon heute mit Ziegeln, Beton und Stahl kombiniert. Die Temperaturen dürften in den nächsten Jahren leider weiter steigen; daher gewinnt die Kühlung zunehmend an Bedeutung. Sie könnte im Sommer bald mehr Energie benötigen als das Heizen im Winter. Massive Baustoffe wie Backstein und Beton haben ideale energetische Eigenschaften für den sommerlichen Wärmeschutz. Damit wärmen sich Gebäude nicht so stark auf und es wird weniger Energie für die Kühlung benötigt. Die Materialien des Massivbaus werden wie das einheimische Holz zu einem sehr hohen Grad im Inland produziert. Es wird viel Forschung betrieben, um die Baustoffe weiterzuentwickeln. Derzeit wird beispielsweise an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) ein Zement entwickelt, welcher durch einen tieferen Klinkeranteil mit deutlich weniger Energie produziert werden kann.