Trumps Kehrtwende: Waffenruhe im Iran soll länger laufen
Kurz vor Ende der Waffenruhe hat US-Präsident Donald Trump dem Iran mehr Zeit für eine Verhandlungslösung gegeben und die Feuerpause überraschend verlängert.
Die Waffen sollen schweigen, bis die iranische Führung mit einem geeinten Vorschlag an den Tisch kommt, wie Trump auf seiner Plattform Truth Social mitteilte. Eine neue Frist mit Termin setzte der US-Präsident nicht. Unklar bleibt zunächst, ob sich auch der Iran und Israel an die Feuerpause gebunden fühlen.
Wenig überraschend sei die Führung im Iran tief gespalten, schrieb Trump. Deshalb werde er die Feuerpause verlängern, bis es aus dem Iran einen geeinten Vorschlag gebe und die Gespräche zu einem Ende kämen, «auf die eine oder die andere Art und Weise».
Die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtete kurz nach Trumps Ankündigung, eine offizielle Position Irans werde zu einem späteren Zeitpunkt bekanntgegeben. Die Agentur habe aus Quellen erfahren, dass Teheran keine Verlängerung der Waffenruhe erbeten habe. Das Sprachrohr der mächtigen Revolutionsgarden berichtete weiter, der Iran werde die für den Welthandel wichtige Strasse von Hormus nicht freigeben, solange die US-Seeblockade anhalte. Nötigenfalls werde die Blockade mit Gewalt durchbrochen.
Trump bezeichnete Verlängerung zuvor als unwahrscheinlich
Mit der Verlängerung auf unbestimmte Zeit geht Trump einen Weg, den er noch am Vortag als «sehr unwahrscheinlich» bezeichnet hatte. Stattdessen pochte er auf ein Abkommen, um den Krieg dauerhaft beizulegen. Trotz der Bemühungen Pakistans konnten sich Washington und Teheran jedoch bis zuletzt nicht auf eine weitere Verhandlungsrunde in Islamabad einigen.
Vor knapp anderthalb Wochen hatte in Pakistan bereits eine erste Verhandlungsrunde hochrangiger Delegationen aus Washington und Teheran stattgefunden, die auf US-Seite von Vance geleitet wurde. Die Gespräche endeten jedoch ohne Ergebnis.
Trump schlug in seinem Post einen auffällig harmlosen Ton an: keine neuen Drohungen, keine Beleidigungen. Noch am Morgen hatte er gedroht, das Militär sei startklar, sollte es zu keiner Vereinbarung kommen.