Trumps Fehde mit Grossbritannien: «Werden uns erinnern»
Mit erneut spöttisch-kritischen Aussagen zur britischen Unterstützung im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump das Verhältnis zum einst engsten Verbündeten weiter belastet. «Wir brauchen keine Leute, die erst in den Krieg eintreten, nachdem wir ihn bereits gewonnen haben», schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Den britischen Premierminister Keir Starmer griff der US-Präsident namentlich an.
Die laut Medienberichten angedachte Entsendung eines britischen Flugzeugträgers in die Konfliktregion, Trump schrieb von zwei, sei nicht mehr nötig. «Das ist okay, Premierminister Starmer, wir brauchen sie jetzt nicht mehr – aber wir werden uns erinnern.» Wenig später sagte Trump an Bord des Präsidentenflugzeugs Air Force One: «Vor zwei Wochen hätten wir sie gut gebrauchen können.»
Die Briten hatten den US-Streitkräften erst mit Verzögerung die Nutzung ihrer Stützpunkte für den Krieg gegen den Iran genehmigt. Das Verteidigungsministerium in London teilte mit, dass es auch jetzt um «spezifische Verteidigungsoperationen» gehe. Auf der britischen Luftwaffenbasis Fairford landeten am Wochenende US-Langstreckenbomber, in der Krisenregion sind britische Kampfjets zur Abwehr von Drohnen und Raketen im Einsatz.
An direkten Angriffen auf den Iran will sich Starmers Regierung aber nicht beteiligen – was auch mit der jüngeren Vergangenheit zu tun hat. Die Bevölkerung des Vereinigten Königreichs trägt es dem früheren Labour-Premierminister Tony Blair weiterhin nach, den USA 2003 in den Irak-Krieg gefolgt zu sein. Die Invasion mit all ihren Folgen wird in Grossbritannien mittlerweile als Desaster bewertet.
Starmers «ruhige, besonnene Herangehensweise»
Die Briten bemühten sich am Morgen nach der Kritik des US-Präsidenten um Schadensbegrenzung. Der Premierminister werde nicht zu «Rhetorik oder Übertreibungen» greifen und sich auf eine «ruhige, besonnene Entscheidungsfindung» konzentrieren, sagte Aussenministerin Yvette Cooper im Sender Sky News. Die Menschen sollten sich auf Inhalte fokussieren, nicht auf Social-Media-Beiträge.