Trump-Xi-Gipfel: Warme Worte – und eine Warnung
Chinas Staatschef Xi Jinping hat den Besuch von US-Präsident Donald Trump in Peking für eine Warnung an die USA zu Taiwan genutzt. Zwar bemühten sich beide Seiten zum Auftakt des mehrtägigen Staatsbesuchs um ein stabileres Verhältnis der grössten Volkswirtschaften der Welt. Xi machte zugleich nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua deutlich: Sollte die Taiwan-Frage schlecht gehandhabt werden, käme es zu Spannungen oder sogar Konflikten zwischen beiden Ländern. Dies könnte die Beziehungen zwischen China und den USA in eine «äusserst gefährliche Lage bringen», sagte er.
China beansprucht den Inselstaat für sich, er wird aber seit Jahrzehnten unabhängig und demokratisch regiert. International gibt es schon lange die Befürchtung, dass sich die Volksrepublik die Insel einverleiben könnte. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle – unter anderem, weil sie trotz grosser Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern. Während Xis Aussagen zu Taiwan nach aussen drangen, blieb zunächst unklar, ob und was Trump entgegnete. In einer Mitteilung aus dem Weissen Haus zum Trump-Besuch tauchte das Thema Taiwan nicht auf.
Taiwan reagierte auf die Warnung. «Chinas militärische Drohungen sind die einzige Quelle der Instabilität in der Taiwanstrasse und im weiteren Indopazifik», sagte Regierungssprecherin Michelle Lee in Taipeh. Taiwan stünde in engem Kontakt mit den USA. Washington habe seine klare und feste Unterstützung für Taiwan wiederholt bekräftigt.
Trump nennt Xi einen «Freund»
Der zweite Staatsbesuch von Trump als US-Präsident – 2017 war er schon einmal in China – war zum Auftakt eigentlich von vielen warmen Worten und imposanter Kulisse geprägt. Xi empfing Trump mit militärischen Ehren an der Grossen Halle des Volkes im Herzen der chinesischen Hauptstadt. Der imposante Bau dient der Regierung traditionell als Empfangs- und Veranstaltungsort für politische Ereignisse. Beide schüttelten sich länger die Hand. Trump applaudierte zudem Kindern, die hüpfend und jubelnd kleine US-Flaggen und Blumen in die Höhen streckten. Später sagte er, dass er die Kinder «grossartig» gefunden habe.