Trump: USA erwägen Truppenreduzierung in Deutschland
Die USA prüfen nach Aussage von Präsident Donald Trump eine mögliche Truppenreduzierung in Deutschland. Eine Entscheidung solle in Kürze getroffen werden, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social.
Die Ankündigung folgt auf Trumps deutliche Kritik an Bundeskanzler Friedrich Merz, weil dieser sich kritisch über die US-Offensive gegen den Iran geäussert hatte. «Er hat keine Ahnung, wovon er spricht!», schrieb Trump am Dienstag über Merz (CDU) auf Truth Social. Es sei kein Wunder, «dass es Deutschland so schlecht geht, sowohl wirtschaftlich als auch in anderer Hinsicht!». Er warf dem Kanzler vor, damit einverstanden zu sein, dass der Iran über Atomwaffen verfüge.
Trump hatte bereits in seiner ersten Amtszeit von 2017 bis 2021 mit einer Reduzierung des Truppenkontingents in Deutschland gedroht. Aktuell sind nach Angaben des US-Militärs von Mitte April rund 86.000 Soldaten in Europa stationiert – davon rund 39.000 in Deutschland. Die Zahl verändert sich regelmässig, auch wegen Rotationen und Übungen.
Merz hatte kurz zuvor noch beschwichtigt
Nimmt man Trumps Äusserungen zum Massstab, scheint das persönliche Verhältnis zu Merz auf einem neuen Tiefpunkt angelangt zu sein. Merz trat diesem Eindruck aber am Mittwoch entgegen. «Das persönliche Verhältnis zwischen dem amerikanischen Präsidenten und mir ist – jedenfalls aus meiner Sicht – unverändert gut», sagte er. «Wir sind nach wie vor in guten Gesprächen miteinander.»
Warum Merz die US-Regierung kritisierte
Über Monate pflegten der Bundeskanzler und der US-Präsident ein recht gutes Verhältnis zueinander. Zuletzt stimmte Merz allerdings einen neuen Ton an und kritisierte Washington öffentlich. So warf er der US-Regierung vor, keine Exit-Strategie für den Iran-Krieg zu haben. «Weil die Iraner offensichtlich stärker sind als gedacht und die Amerikaner offensichtlich auch in den Verhandlungen keine wirklich überzeugende Strategie haben», sagte er bei einer Diskussion mit Schülern in Marsberg im Sauerland.